Forscherteam entdeckt parasitische Wespen in fossilen Fliegenpuppen

28.08.2018

Ein internationales Forscherteam, in dem auch unser Kollege und Wespenspezialist Dr. Lars Krogmann führend mitwirkte, hat in rund 30 Millionen Jahre alten versteinerten Fliegenpuppen parasitisch lebende Wespen entdeckt. „Noch nie konnten parasitische Wespen im Inneren von Insektenfossilien in dieser Detailgenauigkeit untersucht werden. Unsere Daten liefern neue Erkenntnisse zur Evolution dieser erfolgreichen Tiergruppe“, sagt Krogmann.

Die Sammlung der fossilen Fliegenpuppen ist in den Naturkundemuseen in Basel und Stockholm beheimatet, umfasst mehr als 1.500 Exemplare und wurde bereits im 19. Jahrhundert in der französischen Region Quercy entdeckt. Nun hat ein interdisziplinäres Team aus 18 internationalen Wissenschaftlern -  darunter Biologen, Paläontologen, Physiker, Informatiker und Mathematiker - die Fossilien ganz genau unter die Lupe genommen. „Unter die Lupe nehmen“ bedeutet in dem Fall das Durchleuchten mithilfe von Synchrotron-Röntgenstrahlung und die anschließende Untersuchung mittels Mikrocomputertomographie. Diese hochmoderne Bildgebungsmethode macht es möglich, innere Strukturen eines Objekts, in dem Fall die versteinerte Fliegenpuppe, hochaufgelöst sichtbar zu machen.

Und sie wurden fündig. Nachdem die über 1.500 und nur rund drei Millimeter langen fossilen Fliegenpuppen durchleuchtet waren, wurde deutlich, dass sich in 55 der Puppen ein Parasit befand. Es handelt sich dabei um parasitisch lebende Wespen, die die Fliegenpuppen als Wirte benutzten.

Durch die Detailgenauigkeit der bildlichen Darstellung und Untersuchung konnten vier neue Wespenarten benannt und wissenschaftlich beschrieben werden. Die am häufigsten vorkommende Art erhielt den Namen Xenomorphia resurrecta. Der Gattungsname ist dabei eine Anspielung auf die als „Xenomorph“ bezeichneten Wesen aus der Science-Fiction-Filmreihe Alien, die sich ebenfalls als Parasiten im Innern eines Wirts entwickeln. Das Wort „resurrecta“ wiederum verweist auf die „digitale Wiederauferstehung“ der ausgestorbenen Art. 

Wie das ganze dann aussieht, lässt sich in diesen Videos erkennen: 

https://youtu.be/hdSrWY9FpYM

https://youtu.be/xDvYjHTf3lc

 

 

Foto: Nature Communications / T. van de Kamp (KIT)