Maulwurf im CT

01.07.2012

Finden Sie heute in Deutschland einen Maulwurf, können Sie absolut sicher sein: Es handelt sich um Talpa europaea. Das war früher ganz anders.

Eine Ausgrabung in Ulm (Westtangente; Alter 21 Millionen Jahre) ergab acht Maulwurfsarten, eine bei Wölfersheim (Alter 3,5 Mio. J.) sogar elf! Wenn man sehr viel Glück hat, findet man mehr oder weniger vollständige Teilskelette, meist aber nur Einzelzähne, Kiefer oder Knochenbruchstücke. Die Teilskelette sind wichtig „Eichstücke“. Mit ihrer Hilfe lässt sich herausfinden, welche Knochen und Zähnchen zusammengehören und eine Art charakterisieren. Leider lassen sich in Sedimente eingebettete Fossilien nicht von allen Seiten untersuchen; für die Artbestimmung wichtige Merkmale bleiben oft unsichtbar. Da helfen moderne bildgebende Verfahren weiter. Unter dem Mikro-Computertomographen bleibt kein Detail verborgen, auch die im Stein liegende Unterseite eines Fossils nicht. Damit können Knochen digital komplett dreidimensional dargestellt werden – eine wertvolle Hilfe bei der Bestimmung von isolierten Einzelfunden.

 

Fossile Maulwürfe aus unserer Sammlung und die daraus gewonnenen digitalen Rekonstruktionen von Armin Schwermann (Steinmann-Institut für Paläontologie der Universität Bonn) stehen im Juli/August in einer Vitrine im Museum am Löwentor im Fokus.