Muschelkalk vor 243 – 235 Millionen Jahren

Zu Beginn der Muschelkalk-Zeit verringerte sich die Menge der aus den Hochgebieten angelieferten Abtragungsprodukte stark. Sie glichen die Absenkung des Untergrundes nicht mehr aus und das Germanische Becken sank unter den Meeresspiegel ab. In mehreren Bereichen überflutet nun die Tethys die im Süden gelegenen Hochgebiete und drang weit nach Norden vor. Es entstand ein flaches, bis 100 Meter tiefes Meeresbecken, das in Oberschlesien und im Gebiet der heutigen Westalpen Verbindungen zum offenen Weltmeer, der Tethys, hatte. Diese Verbindungen waren im Unteren und Mittleren Muschelkalk durch Untiefen eingeschränkt. 

Kolonien von Seelilien, Muscheln und Armfüßern (Brachiopoden) besiedelten den Meeresboden. Stieg der Salzgehalt stark, überlebten nur wenige Arten, häufig als Zwergformen. In dem von den Weltmeeren weitgehend isolierten Meeresbecken entwickeln sich aus noch unbekannten Vorläufern die Ceratiten, wichtige Leitfossilien des Muschelkalks im Germanischen Becken. Auch viele an das Wasserleben angepasste Reptilien sind entstanden, wie zum Beispiel der fischartig aussehende, lebend gebärende Mixosaurus. Tropische Stürme ließen im flachen Schelfmeer nicht nur die Wellen hochgehen, sondern richten selbst am Grund des Meeres noch schwere Verwüstungen an. Gesteine mit Fossilanreicherungen, z.B. die Trochitenkalke, zeugen davon. 

Typische Gesteine des Unteren Muschelkalks sind mächtige graue Kalkbänke und gelbliche verwitternde Dolomitbänke, an den Rändern des Muschelkalk-Meeres auch Sande. In Folge des eingeschränkten Wasseraustauschs mit der Tethys und dem trocken-heißen Klimas kam es zur Eindampfungserscheinungen. Vor allem im Mittleren Muschelkalk bildeten sich mächtige Gips- und Steinsalzablagerungen, die noch heute z.B. in Bad Friedrichshall abgebaut werden. Erst im Oberen Muschelkalk wurden dank eines besseren Wasseraustauschs wieder fossilführende Kalke und Dolomite abgelagert

Zur Dauerausstellung:
Muschelkalk

Paläogeografische Karte Europas in der Muschelkalk-Zeit.

Landschaftsbild Süddeutschlands: Das Meer der Muschelkalk-Zeit.

Aufschluss im Oberen Muschelkalk bei Mundelsheim.