Unterer Keuper vor 235 – 233 Millionen Jahren

Halb Land, halb Wasser: Die frühe Keuper-Zeit war in Süddeutschland von riesigen Sumpflandschaften geprägt – einem Ökosystem, das den subtropischen Everglades der nordamerikanischen Südküste oberflächlich ähnelte. Entstanden ist es, als die Absenkung des Untergrundes gegen Ende der Muschelkalk-Zeit nachließ und die Ablagerung von Verwitterungssedimenten im Germanischen Becken überwog. Zu Beginn zeigt der Untere Keuper jedoch noch Anklänge an die marinen Verhältnisse des vorausgehenden Muschelkalkes, mit brackischen und salinaren Eindampfungsgesteinen

In Skandinavien und Osteuropa entspringende Flüsse mündeten in dieses Sumpfland und bildeten ein riesiges Delta. Sie lieferten aus den Hochgebieten des Baltisch-Skandinavisches Landes feinkörnige Sande, die sich in Flussarmen absetzten und über viele Kilometer verfolgbar sind. Dies ist die sogenannte Flutfazies des Lettenkeuper-Sandsteines. Zwischen den Sandsteinsträngen finden sich feine sandig-mergelige Sedimente, die bei Überschwemmungen weiträumig abgelagert wurden (Normalfazies). Zwischen den sandig-tonigen Unterkeuper-Sedimenten sind immer wieder auf fossile Pflanzen zurückgehende dünne Kohlenflöze („Lettenkohle“) eingeschaltet.

Im feucht-heißen Klima des Unteren Keupers wuchsen riesige Schachtelhalme und Farne in dichten Beständen. In den zahlreichen Tümpeln und Flussarmen entwickelte sich eine vielfältige Amphibienfauna.

Ließ die Sedimentanlieferung aus den Hochgebieten im Norden nach, wurde die ständig weitergehende Absenkung des Untergrundes nicht vollständig ausgeglichen. Dann erfolgten kurzzeitige Meeresüberflutungen, die in dünnen Dolomitbänken zahlreiche Fossilien hinterließen. Neben Muscheln und Armfüßern (Brachiopoden) führen diese auch zahlreiche Meeresechsen.

Zur Dauerausstellung:
Unterer Keuper

Paläogeografische Karte Europas zur Zeit des Unteren Keupers.

Landschaftsbild Süddeutschlands: Ein Flussdelta zur Keuper-Zeit.

Aufschluss im Unteren Keuper bei Zwingelhausen.

Aufschluss im oberen Unterkeuper beim Bahnhof Leonberg.