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Der Rosensteinpark

Vor 200 Jahren - Stuttgart war noch eine kleine Stadt - lagen Gärten über dem Neckarknie; am Steilhang zum Fluss hinunter wuchsen Weinreben. Dann erwarb König Wilhelm I. die Grundstücke auf dem Kahlenstein, um sich hier vor den Toren der Stadt eine Sommervilla hinzustellen. 1824 wurde mit dem Bau von Schloss Rosenstein begonnen. Gleichzeitig wurde der Kahlenstein in Rosenstein umbenannt. Zusammen mit dem Schloss wurde ein umfangreiches Parkgelände im Stil eines englischen Gartens geplant. Der Rosensteinpark ist also, ebenso wie das Schloss, schon 180 Jahre alt. Kein Wunder, dass der Park inzwischen unter Denkmalschutz steht!

Aber er steht nicht nur unter Denkmal-, sondern auch unter Naturschutz, weil hier zahlreiche zum Teil sehr seltene Tierarten vorkommen. Weil er ziemlich intensiv bewirtschaftet wird, sind unter den Pflanzen dagegen kaum Besonderheiten zu finden. Gedüngte Fettwiesen sind leider viel artenärmer als nährstoffarme Magerwiesen.

Legendär ist der Rosensteinpark als Hasenparadies: Nirgends im Land leben Feldhasen in höherer Dichte als hier, mitten in der Großstadt. Das größte Kapital des Parks sind aber nicht die Wiesen (auch wenn sie für die Hasen besonders wichtig sind). Es sind die alten Bäume, die zum Teil noch auf die erste Anlage des Parks zurückgehen, also über 150 Jahre alt sind. Alte Bäume, mit Höhlen, Wunden, absterbenden Ästen, sind ein Kosmos für sich. Viele Vögel nisten hier. Besonders hervorzuheben sind Hohltaube und Halsbandschnäpper, beides Höhlenbrüter. Neben den Vögeln profitieren Fledermäuse wie die Abendsegler vom Höhlenreichtum der Baumveteranen. Besonders artenreich ist aber die Insektenfauna. Ein Highlight des Parks ist der Eremit oder Juchtenkäfer, eine in Deutschland stark gefährdete Käferart, die europaweit durch die FFH-Richtlinien (Flora-Fauna-Habitat) besonders geschützt ist. 

Manche Tiergruppen sind gut untersucht, die Vögel oder die Fledermäuse. Andere sind viel schlechter bekannt. Dabei sind gerade hier Überraschungen und Seltenheiten zu erwarten. Als vor einigen Jahren die Schwebfliegen des Parks erfasst wurden, wurden erstaunlich viele sehr seltene und in Baden-Württemberg gefährdete Arten entdeckt. Das zeigt: Das Ökosystem Rosensteinpark ist nicht nur wichtig als "Grüne Lunge" Stuttgarts, sondern auch als ein wichtiges Rückzugsgebiet für zum Teil seltene Tiere. Wir sind sicher, dass sich das bestätigt, wenn man andere Tiergruppen genauer unter die Lupe nimmt - und genau das gehört zu den Zielen des BioForums.