Botanik Einstieg

Botanik

Die Wissenschaftler der Abteilung Botanik am SMNS arbeiten aktiv an aktuellen Fragen der Biodiversitätsforschung auf den Gebieten der Biogeographie, Taxonomie, Systematik, Phylogenetik, Ökologie, Evolutionsbiologie und Floristik. Sowohl „moderne“ DNA-Analysen als auch „klassische“ Methoden (Morphologie) werden dafür eingesetzt.

Die Floristische Kartierung Baden-Württembergs blickt auf eine lange Tradition am Hause zurück. Bereits 1977 veröffentlichte Prof. Siegmund Seybold, damals Konservator an der Botanischen Abteilung, eine Kartierung der Flora des württembergischen Landesteiles. Ein erster Abschluss der Kartierung des gesamten Landes erfolgte 1990-1998 mit der Herausgabe der 8 Bände der „Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs“. Derzeit wird eine komplette Neubearbeitung durchgeführt. Die aktuellen Verbreitungskarten können unter www.flora.naturkundemuseum-bw.de eingesehen werden.

In Verknüpfung zur Floristischen Kartierung wurden Populationen von Gelbsternen (Gagea), Berg-Steinkraut (Alyssum montanum) mit Karol Marhold (Bratislava), Zottigen Klappertopf (Rhinanthus alectorolophus) mit Thekla Pleines (Canberra) und Frank Blattner (Gatersleben; siehe Publ. Thiv) molekular untersucht. Aktuell läuft ein weiteres Projekt zur Dicken Trespe (Bromus grossus) mit Marcus Koch (Heidelberg) und der LUBW (Karlsruhe).

Weitere Projekte befassen sich mit speziellen Gruppen wie den Gattungen Mannstreu (Eryngium) und Teufelskralle (Phyteuma). Biogeographische Projekte untersuchen die Verbreitungsmuster in Zeit und Raum auf den Kanarischen Inseln mit der Evolution des Lorbeerwaldes und auf dem Sokotra-Archipel im Indischen Ozean.

Im Rahmen des DFG-Projekts ABA-Gam wird die Höhen-Zonierung von Farnen und Moosen in Südecuador in Kooperation mit Dietmar Quandt und Marcus Lehnert (Bonn) genetisch untersucht.

Im Projekt GBoL (German Barcode of Life) wird die genetische Vielfalt bei Moosen, Farnen und Blütenpflanzen in Deutschland in Kooperation mit der Universität Bonn und dem Botanischer Garten und Botanisches Museum Berlin-Dahlem erfasst und in einer Referenzdaten öffentlich zugänglich gemacht (Förderung: BMBF).

In molekular-genetischen und morphologischen Studien werden verschiedene Gruppen von thallosen Lebermoosen untersucht. Besonders die Ohnnervmoose (Aneuraceae) eignen sich sehr gut für die Erforschung von Funktion und Entwicklung der Symbiose mit Pilzen.

An die botanische Abteilung ist der „Botanische Zirkel“ angebunden. Für alle Interessierten werden im Sommer Exkursionen und im Winter Vorträge angeboten: Veranstaltungsprogramm.