
Paläontologie
Zur paläontologischen Forschung tragen insgesamt sieben Sektionen bei. Die einzigartige und umfangreiche Bernsteinsammlung und die anderweitigen Sammlungen fossiler Insekten liefert die Grundlage zur Beschreibung zahlreicher neuer Insektentaxa sowie deren Stammesgeschichte, Verbreitungsgeschichte und Paläoökologie. Die Erforschung der fossilen Wirbeltiere und Invertebraten profitiert in besonderem Maße von den reichen Fossillagerstätten Baden-Württembergs. Im Zentrum stehen aktuell die wissenschaftlichen Grabungen in der germanischen Trias (Vellberg, Trossingen), im Weißjura von Nusplingen und in der untermiozänen Fossillagerstätte Randecker Maar. Neben der reichen Ausbeute früherer Grabungen (Untere Süßwassermolasse der Ulmer Region, fossilführende Spaltenfüllungen der Schwäbischen Alb) und als Nebenprodukt kommerziellen Abbaus (Holzmaden) und von Tiefbaumaßnahmen ermöglichen diese viele Arbeiten zur Systematik, Stammesgeschichte und zur Verbreitungsgeschichte zahlreicher fossiler Amphibien, Reptilien, Säugetiere und von Invertebraten. Schwerpunkte der Forschungen sind die Veränderung der Lebensgemeinschaften triassischer Wirbeltiere, die Erforschung des marinen Ökosystems Nusplingen, der Flora und Fauna aus den 17 Millionen Jahre alten feinschichtigen Kraterseeablagerungen des Randecker Maas. Unsere bionische Forschung versucht die Errungenschaften von pflanzlichen Strukturen für technische Anwendungen nutzbar zu machen. Strukturen pflanzlicher Fossilien ermöglichen auch präzise Aussagen zum paläoatmosphärischen Kohlendioxid-Gehalt und damit zum Klima vergangener Zeit.