Das Randecker Maar - ein fossiler Kratersee am Albtrauf

G. Schweigert (mit Beiträgen von R. Böttcher, E.P.J. Heizmann und W. Wohnhas)

Vorbei sind die Zeiten, in denen die raue Alb als "Schwäbisch Sibirien" verrufen und gemieden wurde. Heute locken frische Luft und weite Ausblicke erholungssuchende Menschen zuhauf auf die "Blaue Mauer" der Schwäbischen Alb. Ihre bizarren Felsen, vor 140-160 Millionen Jahren als mächtige Schwammriffe entstanden, zeugen von ihrer Entstehung am Boden eines flachen, warmen Meeres. Als die mittlere Schwäbische Alb viel später, vor 17 Millionen Jahren. von zahlreichen Vulkanschloten durchlöchert wurde, war dieses Gebiet längst landfest. Statt großflächiger Ablagerung herrschte Abtragung. Gesteine und Fossilien aus dieser Zeit sind deshalb rar. Eines der wenigen "Fenster" in diese Vergangenheit öffnet sich im Randecker Maar. In diesem größten Krater der Schwäbischen Alb, der bis heute sowohl auf der Landkarte als auch in der Landschaft selbst leicht zu erkennen ist, entstand ein See mit einer reichen und fossil gut dokumentierten Lebensgemeinschaft.