Frösche und Co. Froschlurche - Leben zwischen Wasser und Land.

A. Kwet & A. Schlüter

Frösche sitzen im Wasser, sind grün und quaken. Und dazu ein ganzes Buch?

Schon die heimische Fauna lässt sich mit dem gängigen Frosch-Klischee nur ungenügend beschreiben. Wahrlich atemberaubend aber ist die Vielfalt der Froschlurche in tropischen Breiten. Dort herrschen Bedingungen, die Amphibien lieben. Als wechselwarme Tiere mit feuchter Haut sind viele Arten auf hohe Temperaturen und reichlich Niederschläge angewiesen. Ausnahmen bestätigen diese Regel: Auch in Halbwüsten gibt es Frösche, die mit raffinierten Wassersparmethoden über die Runden kommen.

An Farbenpracht nehmen es viele tropische Frösche locker mit den bunten Vögeln auf, ja sie übertreffen diese sogar noch. Schließlich gibt es zum Beispiel durchsichtige Frösche und solche, die ihre Farbe kurzfristig ändern können und nachts ganz anders aussehen als tagsüber. Mindestens ebenso vielfältig sind ihre Fortpflanzungsmethoden. Während heimische Frösche, von der Geburtshelferkröte abgesehen, nach dem gewohnten Standardmodell im Wasser laichen, wo auch ihre Kaulquappen leben, finden wir anderswo ein weites Spektrum: 30 unterschiedliche Möglichkeiten, Junge aufzuziehen, sind bei Froschlurchen nachgewiesen, darunter Eltern, die ihr Kinderzimmer im Maul oder sogar im Magen einrichten, oder solche, die ihre Eier und Quappen mit sich herumtragen.

Axel Kwet und Andreas Schlüter forschen bereits seit vielen Jahren an südamerikanischen Amphibien. Eines ihrer nächsten Projekte: Der adrette Krötenfrosch, der das Titelbild unseres Heftes ziert, gehört zu einer erst jüngst entdeckten Art, die noch wissenschaftlich beschrieben werden muss.