Kupferzell - Saurier aus den Keupersümpfen

R. Schoch

Der Süden Deutschlands ist nicht eben arm an legendären Fossil-Fundstellen. Namen wie Holzmaden oder Solnhofen lassen Paläontologen-Augen auf der ganzen Welt aufleuchten. Fossilien von dort zieren die Ausstellungen nahezu aller bedeutender Naturkundemuseen. Kupferzell dagegen ist bisher nur Insidern bekannt. Das dürfte sich aber bald ändern.  

Die Große Landesausstellung 2007 „Saurier – Erfolgsmodelle der Evolution“ widmet eines von sechs Großdioramen dem Leben in den Keupersümpfen Kupferzells. Und in den Magazinen geben sich die Saurierspezialisten inzwischen die Klinke in die Hand: Die Fossilien aus Kupferzell haben Weltruf. Was beim Bau der Autobahn Heilbronn – Nürnberg im Jahr 1977 im Nordosten Württembergs entdeckt und in einer zweimonatigen Grabung geborgen wurde, sind Reste eines komplexen Ökosystems. 30.000 Knochen sicherte das Team des Naturkundemuseum, darunter so sensationelle wir die Skelette von Mastodonsaurus, des größten Lurchs alles Zeiten oder von Batrachotomus, einem Raubsaurier, der auf die Riesenamphibien Jagd machte. Die Auswertung ist immer noch in vollem Gang – allein die notwendige Präparation erfordert einen enormen zeitlichen Aufwand. Neben der Analyse der „Altfunde“ sorgen auch neue immer wieder für wissenschaftliche Sensationen. Erst im Jahr 2006 wurde ein mausgroßer ausgewachsener Saurier entdeckt; den provisorisch „Zwergdrache“ genannten Fund haben wir im letzten Veranstaltungsprogramm vorgestellt.

Was dort nur angerissen wurde, lässt sich jetzt ausführlich und reich bebildert nachlesen. Im neuen populärwissenschaftlichen Heft der Stuttgarter Beiträge zur Naturkunde führt Dr. Rainer Schoch, Saurierexperte des Museums für Naturkunde, persönlich durch die Sümpfe der Keuperzeit – eine unterhaltsame Einführung voller höchst aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse.