Leben und leben lassen - Parasiten

G. Miksch (mit Beiträgen von U. Schmid und M. Stierle)

Wenige Lebewesen werden als so eklig empfunden, wenige so diskriminiert wie die Schmarotzer. Dabei müssten wir eigentlich Respekt haben vor der Leistung, unter dermaßen widrigen Umständen zu überleben. Ja, wir können von Parasiten sogar lernen. Ein guter Parasit nämlich ist einer, der seinen Wirt nutzt, ohne ihn allzu sehr zu strapazieren.

Schließlich entzieht der Tod des Wirts auch dem "Gast" seine Lebensgrundlage. Leben und leben lassen. Parasitismus hat viele Facetten. Schmarotzer gibt es unter den Tieren, den Pflanzen und Pilzen. Manche davon haben für uns Menschen enorme Bedeutung, weil sie unsere Nahrungsmittelproduktion schwer beeinträchtigen oder gar uns selbst gefährden. Vor allem in tropischen Ländern kosten Malaria, Schlafkrankheit & Co vielen Menschen das Leben. Selbst die Waffen der modernen Medizin erweisen sich im Kampf gegen diese Krankheiten in vielen Fällen als stumpf. Andere Parasiten dagegen sind eher lästig als gefährlich. Viele Blutsauger, der berüchtigte Vampir eingeschlossen, sind weitgehend harmlos und werden erst zum Problem, wenn sie von Viren, Bakterien oder anderen Parasiten als mobile lebende Injektionsspritze missbraucht werden.

Natürlich fehlt auch der Kuckuck nicht, der berüchtigte Fuchsbandwurm, die nicht nur auf ihrem Wirtsbaum, sondern auch in der Mythologie tief verankerte Mistel, der Teufelszwirn — alles einheimische Schmarotzer.