Natur in der Stadt - Lebensräume aus zweiter Hand.

U. Schmid, M. Nebel

Städtische Ökosysteme erfahren erst seit kurzem die Aufmerksamkeit, die ihnen eigentlich gebührt. Das mag einerseits daran liegen, dass viele Biologen Stadtflüchter sind und lieber in ungestörter Natur arbeiten. Andererseits ist der Gegenstand der Untersuchung noch jung: Flächendeckende Stadtlandschaften sind, von wenigen Ausnahmen abgesehen, erst in den letzten Jahrzehnten entstanden. Mit den Städten wuchs das Interesse der Wissenschaftler an den Lebensgemeinschaften, die sich hier entwickeln.

Zahlreiche Untersuchungen haben gezeigt, welch erstaunliche Artenvielfalt man in Städten finden kann - sie übertrifft die der ausgeräumten Agrarlandschaft oft bei weitem. Nicht nur Allerweltspflanzen und -tiere leben hier; auch manche seltene oder gefährdete Art wurde nachgewiesen. Manche preisen schon die Städte als die eigentlichen Horte des Artenreichtums. Wichtigstes Merkmal der Städte aber ist ihre Dynamik; ständige Veränderung prägt ihre Lebensräume - für deren Bewohner Chance und Gefährdung zugleich.

Unser Heft bietet einen kleinen Spaziergang durch die wichtigsten Lebensräume der Stadt, stellt typische Bewohner vor und macht plausibel, warum sich so viele Tiere und Pflanzen allen Gefährdungen zum Trotz in Städten wohlfühlen.