Sonderausstellung im Schloss Rosenstein, 1.10.2009 - 24.5.2010

Unseren wichtigsten Beitrag zum Darwinjahr können Sie ab dem 1.10.2009 im Schloss Rosenstein besuchen: Die große Sonderausstellung Evolution – der Fluss des Lebens.

Darwins Evolutionstheorien haben im Kern Bestand – bis heute. Das biologische Wissen der Menschheit übersteigt das zu Darwins Zeiten um ein Vielfaches; in den letzten Jahrzehnten ist es mit neuen Zweigen wie Genetik und Molekularbiologie regelrecht explodiert. Dabei blieb es nicht aus, dass manche Beobachtungen Darwins heute als überholt, manche Deutungen als falsch gelten. Das ändert nichts an seinen wesentlichen Erkenntnissen. Die in 150 Jahren auf dem von Darwin gelegten Fundament entwickelte Evolutionstheorie gilt heute als eine der best fundierten und wichtigsten Theorie aller Naturwissenschaften.

Anknüpfend an Leben und Werk Charles Darwins nimmt die Ausstellung Sie mit auf eine spannende Reise durch die Evolution. Sie stehen an einer der entscheidenden Weichenstellungen in der Geschichte des Lebens, als vor hunderten Millionen Jahren aus Fischen vierbeinige Landbewohner wurden. Sie durchstreifen die real die Säulenhalle des Schlosses durchkreuzende „Beagle“, das Schiff, auf dem Charles Darwin fünf Jahre unterwegs war, und finden dort zahlreiche Informationen. Und Sie erreichen mit zahlreichen höchst aktuelle Ergebnisse die Front der Evolutionsforschung, die zeigen, wie fruchtbar der Boden ist, den Darwin bereitete.

„Der Fluss des Lebens - 150 Jahre Evoulutionstheorie“ ist eine Ausstellung, bei der das Museum eng mit den Universitäten Hohenheim und Stuttgart, dem Botanisch-Zoologischen Garten Wilhelma und dem Museum für Naturkunde Berlin kooperiert. Am 30. September um 18 h eröffnen wir in Stuttgart die größte Ausstellung in Deutschland zum Darwinjahr, in dem sowohl der 200. Geburtstag des berühmten Naturforschers als auch das 150. Jubiläum seiner bekanntesten Publikation über„Die Entstehung der Arten“ gefeiert wird. 

Rund um die Beagle, die in Originalgröße durch den Festsaal von Schloss Rosenstein kreuzt, wird Evolution auf 700 m² zum Abenteuer.

Die Beagle

Fünf Jahre war Charles Darwin auf dem Forschungs- und Vermessungsschiff unterwegs. Damit war seine Reiselust endgültig befriedigt: Er verließ England später nie wieder. Erforschen Sie Darwins enge Behausung auf dem Segelschiff im Nachbau und an zahlreichen interaktiven Stationen.

Forschungsreise

Trotz großer räumlicher Enge trug Darwin bedeutende Sammlungen von Fossilien und Tieren zusammen, die in Europa sofort auf enormes Interesse stießen. Darwins

Tauben

Unermüdlich auf der Suche nach Hinweisen auf die „Arbeitsweise“ der Evolution beschäftigte sich Darwin intensiv mit Haustieren, insbesondere mit den durch Zuchtwahl entstandenen vielfältigen Variationen bei Tauben.

Evolution des Menschen

„Licht wird auch fallen auf die Geschichte des Menschen“ – nur diesen einen Satz schrieb Darwin zu einem der spannendsten Themen der Evolutionsbiologie in seinem Hauptwerk. Inzwischen ist tatsächlich viel Licht gefallen. Das zeigt die Ausstellung mit einer großen Fülle von Fossilien in einem umfassenden Stammbaum der Menschheit.

Stuttgarter Pretiosen

Menschenfossilien sind Raritäten. Ein Highlight der Ausstellung ist das Original des 300.000 Jahre alten Schädel von Steinheim, der zu den wertvollsten Fossilien des Stuttgarter Museums zählt. Nicht weniger interessant ist ein kleines Kärtchen mit Süßwasserschnecken aus dem Jahr 1866: Der weltweit erste mit Fossilien geführte Nachweis für den von der Evolutionstheorie geforderte allmählichen Artenwandel.

Mikro – Makro

Die Bildung neuer Arten gehört zu den kleinen Schritten der Evolution. Aber auch die großen Schritte – die Makroevolution – setzen sich aus vielen kleinen zusammen. Der umfassende „Umbau“ der Wirbeltiere, der beim beim Übergang vom Wasser- zum Landleben stattfand, lässt sich leicht mit weltweit einmaligen Rekonstruktionen mancher erst kürzlich gefundener Fossilien nachvollziehen.

Gene

Ein Blick ins „Labor der Evolution“: Wie wirken sich Gene auf Merkmale aus? Wie funktioniert Evolution auf molekularer Ebene? Forschungen an den nach Darwin benannten Finken von Galapagos geben Antworten.

Millionen von Arten

Wie entsteht die ungeheuere Vielfalt des Lebens? Die Evolution gibt Antworten auf diese Frage. Elefanten und Wale Nothing in biology makes sense except in the light of evolution - nichts in der Biologie ergibt einen Sinne außer im Lichte der Evolution: Die Geschichte der Wale und Elefanten bestätigt das berühmte Diktum des Evolutionsbiologen T. Dobzhansky.

Koevolution

Kampf aller gegen alle und Überleben des Stärksten? Evolution setzt nicht nur auf Konkurrenz, sondern häufig auf Kooperation. Undenkbar? Wissenschaftlich gilt die Evolutionstheorie als eine der am besten fundierten und wichtigsten Theorien überhaupt. Das spiegelt sich in der öffentliche Diskussion nicht immer wieder. Vor allem komplexe Baupläne – wie etwa der der Bakteriengeißel – werden oft als „Beweis gegen das blinde Wirken der Evolution“ angeführt.

Begleitveranstaltungen

Informationen zu begleitenden Veranstaltungen finden Sie hier

Begleitbuch zur Ausstellung

Das Begleitbuch zur Ausstellung erhalten Sie am Infostand im Museum. Inhaltsverzeichnis und Editorial sehen Sie hier: PDF Inhalt.