Bedeutender Fischsaurierfund
01.08.2012

am Staatlichen Museum für Naturkunde Stuttgart

Mit diesem Fischsaurier (=Ichthyosaurier) konnte eine weltweite Fundlücke dieser Saurierart geschlossen werden. Ergebnis: Große Fischsaurier haben im Südwesten Deutschlands länger gelebt, als bisher angenommen!

Fischsaurier (Ichthyosaurier) waren delphinähnliche Meeresechsen, die vor allem durch viele Sensationsfunde aus den Ölschiefern in Holzmaden am Fuße der Schwäbischen Alb (Untere Jura-Zeit vor ca. 180. Mio. Jahren) weltweite Berühmtheit erlangten. Am Staatlichen Museum für Naturkunde in Stuttgart wurde nun ein Ichthyosaurier aus einem bisher praktisch „saurierfreien“ Zeitalter (Mittlere Jura-Zeit vor ca. 175-170 Mio. Jahre) identifiziert. Der Fund stammt aus einer inzwischen aufgelassenen Tongrube bei Heiningen im Kreis Göppingen und wurde im Jahr 1975 bei einer Grabung geborgen. Danach kam der Fund in die Sammlungen des Staatlichen Museums für Naturkunde Stuttgart.

Im Rahmen von gegenwärtigen Forschungsarbeiten wurde der Fischsaurier nun erstmals genauer wissenschaftlichen untersucht und die derzeit laufenden Präparationsarbeiten am Staatlichen Museum für Naturkunde Stuttgart haben den riesigen Schädel der etwa 6 m langen Meeresechse freigelegt.

Der wissenschaftliche Wert des Fossils ist international bedeutend. Die Heininger Tongrube ist die einzige Fundstelle von Meeresechsen aus diesem Zeitfenster weltweit.

Der neue Ichthyosaurier ist zudem der einzige bekannte großwüchsige Fischsaurier nach der Zeit der Holzmadener Saurierfunde. Der neue Fund schließt damit eine weltweite Fundlücke und widerlegt frühere Vorstellungen, nach denen die großen Fischsaurier bereits früher ausgestorben seien.