Neu am Museum - Sammlung Gerhard Falkner
02.02.2005

Gerhard Falkner hat sein Leben den Schnecken verschrieben. Über 100 Beiträge in Fachzeitschriften und die Mitarbeit in zahlreichen nationalen und internationalen Gremien (z.B. ist er Sekretär der europäischen CLECOM-Projektes = Check-list of the European Continental Mollusca) haben ihn zu einem der führenden Malakologen Europas gemacht. Einem breiten Publikum wurde Falkner durch seine hervorragend illustrierten Bestimmungsbücher bekannt.

Im Verlauf von fast 50 Jahren hat der Vollblut-Malakologe eine sehr umfassende Sammlung von inzwischen etwa 10.000 Serien (die wiederum jeweils aus zahlreichen Individuen bestehen können) aufgebaut. Schwerpunkt sind die europäischen und vorderasiatischen Land- und Süßwassermollusken. Ihren besonderen Wert verdankt die Sammlung Falkner einem “Dreiklang”, der sie zu einem einzigartigen wissenschaftlichen Dokument macht: Die perfekt präparierten Schalen werden ergänzt durch (in Alkohol aufbewahrte) Weichkörper, Grundlage nicht nur anatomischer, sondern auch molekulargenetischer Untersuchungen, und durch ein über 15000 Bilder umfassendes Bildarchiv, in dem der geduldige Beobachter Falkner im Freiland oder in seinem mit zahlreichen Terrarien bestückten Zuhause in München die Lebensweise vieler Arten in ebenso aussagekräftigen wie ästhetischen Bildsequenzen festgehalten hat.

Hans-Jörg Niederhöfer, Malakologe am Stuttgarter Naturkundemuseum, und Gerhard Falkner verbindet eine jahrelange fruchtbare Zusammenarbeit auf den Feldern Systematik und Artenschutz bei heimischen Mollusken - sicher eine wichtige Grundlage bei der Entscheidung Falkners, sein wissenschaftliches Lebenswerk hierher zu geben, wo optimale Aufbewahrung und Erschließung gewährleistet sind. Möglich wurde das durch Gelder, die das Ministerium für Wissenschaft und Kunst bereitstellte.

Großes Bild: Das Ehepaar Falkner (links) und H.-J. Niederhöfer (rechts) beim Zuprosten auf den neuen Sammlungszugang im Malakozoologischen Magazin (Phot. M. Moser)