Paläogen und Neogen vor 65 – 2,6 Millionen Jahren

Im Tertiär – heute in Paläogen und Neogen unterteilt –  begann sich das heutige Gesicht der Erde herauszubilden. Die Kontinente näherten sich ihrer jetzigen Lage, Indien kollidierte mit Asien und der Himalaya entstand. 

Der nach Norden driftende Afrikanische Kontinent schob die in der Tethys abgelagerten Sedimente des Erdmittelalters zusammen und faltete die Alpen auf. Nördlich davon entstand einAbsenkungstrog, das Molassebecken, das den Abtragungsschutt des aufsteigenden Gebirges aufnahm: ein 5000 Meter mächtiges Sedimentpaket. Gelegentlich kam es von Südenwesten zu kurzzeitigen Meeresvorstößen in das Molassebecken.

Etwa zur gleichen Zeit wölbte sich die Erdkruste zwischen Süddeutschland und Ostfrankreich domartig auf. Im Scheitel dieses Hebungsbereiches bildeten sich Nord-Süd-verlaufende Verwerfungen, entlang derer ein schmales langes Schollenstück einbrach und den Oberrheingraben bildete. Da sich die Schultern des Grabens ständig weiter hoben, unterlagen sie verstärkt der Abtragung. Im Bereich der östlichen Grabenschulter wurden von Nordwesten nach Südosten immer tiefer liegende Gesteine freigelegt und es bildete sich das südwestdeutsche Schichtstufenland. Folgen dieser tektonischen Bewegungen war der verstärkt einsetzende Vulkanismus. Wichtigste Ausbrüche gab es im Kaiserstuhl, im Hegau und auf der mittleren Schwäbischen Alb. 

Vor etwa 15 Millionen Jahren wurde Süddeutschland durch den Einschlag zweier kosmischer Körper, vermutlich Kometen, erschüttert. Es entstanden Meteorkrater, die heute noch in der Landschaft sichtbar sind: das Nördlinger Ries und das Steinheimer Becken. Zeugen dafür sind unter anderem die im Steinheimer Becken gefundenen 'Strahlenkegel'. Sie wurden durch die Schockwellen gebildet, die beim Meteoriteneinschlag das Gestein durchlaufen haben. 

Das Klima der Tertiärzeit, anfangs noch tropisch, kühlte gegen Ende stark ab. Die Temperatur sank dabei nicht gleichmäßig, sondern schubweise, Pflanzen und Tiere belegen auch wärmere Phasen. Die Abkühlung erreichte ihren Höhepunkt in den Eiszeiten des Quartärs.

Zur Dauerausstellung:
Paläogen - Neogen

Paläogeografische Karte Europas zur Zeit des Miozän (Unteres Neogen).

Landschaftsbild Süddeutschlands: Land und Meer am Ende des Neogens (Miozän).

Strahlenkegel vom Steinheimer Becken.