Schwarzer Jura vor 200 – 178 Millionen Jahren

Der Superkontinent Pangäa zerfiel langsam. Nordamerika trennte sich sowohl von Südamerika und Afrika als auch von Eurasien. In Süddeutschland sank die Erdkruste weiterhin ab und die Hochgebiete im Südwesten, welche in der Keuper-Zeit das germanische Ablagerungsgebiet gegen das im Süden liegende Meer abgrenzte wurden langsam überflutet. Gleichzeitig drang das Nordmeer nach Süden vor und schließlich verband der überflutete zentraleuropäische Ablagerungsraum das Meeresgebiet in Norden mit der Tethys im Süden. 

Im süddeutschen Raum wurden unter warmen Klimabedingungen, die Wassertemperaturen lagen zwischen 20 und 26 °C, zunächst dunkle, sandige und kalkige Schichten abgelagert. Gegen Ende der Schwarzjura-Zeit dann vorwiegend fast schwarze Tone und Mergel. Zu dieser Zeit herrschten zwei gegensätzliche Meeresströmungen: Kaltes Wasser aus dem Norden wurde von warmem Wasser aus dem Süden überlagert. Die deutliche und stabile Wasserschichtung trennte den Meeresboden zeitweise von der Versorgung mit Frischwasser und damit von Sauerstoff ab. Von den Inseln eingeschwemmte Pflanzenreste verbrauchten bei der Verwesung zusätzlich Sauerstoff im Wasser – am Meeresgrund entstand zur Zeit des Posidonienschiefers ein lebensfeindlicher Faulschlamm. Leben am Boden war nun kaum mehr möglich. Festsitzende Lebewesen wie Seelilien und Muscheln waren auf treibende Baumstämme oder große Ammoniten angewiesen, auf deren Schalen sie sich ansiedeln konnten. Im freien Wasser war die Vielfalt des Lebens dagegen beeindruckend: Zahlreiche Ammonoideen und Nautiloideen, Haie und Knochenfische, Meereskrokodile, Fischechsen und Paddelechsen lebten dort. 

Das bei der Zersetzung der organischen Stoffe entstandene Bitumen sowie fein verteilter Pyrit sind der Grund für die dunkle Färbung der Kalkbänke und Schiefertone des Schwarzen Juras. 

Zur Dauerausstellung:
Das Posidonienschiefer-Meer

Paläogeografische Karte Europas zur Zeit des Schwarzen Jura (Lias-Meer).

Landschaftsbild Süddeutschlands: Das Meer zur Schwarzjura-Zeit.

Aufschluss im Posidonienschiefer (Ob. Schwarzer Jura) bei Dotternhausen.

Aufschluss im Posidonienschifer (Ob. Schwarzer Jura) bei Holzmaden.