22.02.2024 | 19:15 Uhr | Museum am Löwentor

Fossile Schädel aus funktionsmorphologischer Sicht

Vortrag

Wie biomechanische Ansätze helfen, die Evolution der Schädelöffnungen bei Landwirbeltieren zu verstehen

In der Systematik der Landwirbeltiere haben Schädelöffnungen, insbesondere im Bereich der Schläfe, eine herausragende Bedeutung. Wie der Fossilbericht zeigt, sind die verschiedenen Typen von Schädelöffnungen aber mehrfach unabhängig voneinander entstanden bzw. in einigen Fällen auch wieder aufgegeben worden. Ein ganzheitliches Organismuskonzept führt dabei, in Verbindung mit biomechanischen Denkansätzen, zu einem besseren Verständnis solcher Veränderungen. Demzufolge kann der Schädel einerseits als funktionelles Knochenmosaik und andererseits als ein Geflecht aus Zug- und Druckspannungen betrachtet werden. Die jeweilige Schädelgestalt, insbesondere die Ausbildung von Schädelöffnungen, ergibt sich dabei aus dem Zusammenspiel von Kräften, die auf den Schädel wirken, sowie von konstruktionsmorphologischen und evolutionären Voraussetzungen.

Do 22.02., 19.15 Uhr, Museum am Löwentor, PD Dr. Ingmar Werneburg, Universität Tübingen.
Veranstaltet von der Gesellschaft für Naturkunde in Württemberg e.V.