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Das Bassin vor dem Schloss Rosenstein ist ein extremer Lebensraum. Es besteht aus Stein/Beton, ist nur über das Sommerhalbjahr befüllt und enthält keinerlei Pflanzen.  Eine Ringleitung bringt etwas Bewegung ins Wasser, tagsüber läuft ein Springbrunnen und sorgt für ein bisschen zusätzlichen Sauerstoff. 

Wir haben mit kleinen Käschern biologische Stichproben genommen und dabei sowohl das freie Wasser als auch den Boden/Rand besammelt. Die Proben haben wir anschließend im Schulungsraum unter dem Binokular ausgewertet und die meisten Tiere auch fotografisch dokumentiert (und zwar mit Handykameras direkt durch das Okular der Binos). Bestimmt haben wir diesesmal nach der "Bilderbuchmethode" mit verschiedenen Bestimmungsbüchern zu Wassertieren. Einzelne Belege wurden in Alkohol konserviert.

Wie zu erwarten war, konnten wir nur wenige Arten nachweisen, aber die teilweise in großer Menge. Spitzenreiter waren Wasserflöhe (Daphnia) in enormer Zahl, in weitem Abstand gefolgt von Ruderwanzen (Corixa) und Larven von Eintagsfliegen (Cloeon). Daneben konnten wir Hüpferlinge (Cyclops) nachweisen. Vom Furchen-Zwergschwimmer (Hydroglyphus pusillus), einem kleinen Schwimmkäfer, fanden wir nur ein Exemplar. Auch die Häutung einer Libellenlarve hatten wir im Netz. Auf der Wasseroberfläche waren zahlreiche Wasserläufer (Gerris, vermutlich G. lacustris) unterwegs.

Zum Vergleich nahmen wir auch Wasserproben aus dem kleinen Becken im Rosengarten. Dort fanden wir ebenfalls Wasserflöhe in großer Zahl sowie Hüpferlinge. Auffällig war hier aber vor allem die große Zahl an Muschelkrebsen (Ostracoda) im bodennahen Bereich. Dort waren auch rote und weiße Mückenlarven nicht selten (Zuckmückenlarven; Chironomidae).

Treffen am 5. Juni 2012: Pflanzen und Gänsefang

von Uli am 06.06.2012 um 07:28:08

Wir haben die Ferientage für einen außerplanmäßigen BioForum-Tag genutzt, um ohne Zeitdruck unser Arteninventar der häufigeren Wiesenpflanzen des Parks zu vervollständigen und gute Pflanzenfotos für unsere Website zu machen. Es hat sich bewährt, dazu keine (oder nicht nur) Freilandaufnahmen zu machen, sondern in unserem Arbeitsraum mit dem Stativ und guter Ausleuchtung Einzelpflanzen vor neutralem Hintergrund zu fotografieren. Das sieht dann aus wie ein "virtuelles Herbar" und zeigt die Merkmale der Pflanzen oft besser als eine Freilandaufnahme.

Wir hatten Zeit von 10-16 Uhr, begannen wie immer mit einer Exkursion in den Park, auf der wir unser gesammeltes Wissen überprüften und gezielt die Pflanzenarten sammelten, die wir noch nicht (sicher) bestimmt hatten und von denen wir noch keine "Standardfotos" gemacht hatten. Anschließend widmeten wir uns im Arbeitsraum der "Routine". Das Pflanzenbestimmen mit den Bestimmungsschlüsseln klappt immer besser und der Vorteil gegenüber der üblichen "Bilderbuchmethode" wird allmählich klar. Diese Arten haben wir bearbeitet:

Lotus corniculatus Gemeiner Hornklee
Trifolium repens Weiß-Klee
Allium vineale Weinberglauch
Achillea millefolium Gemeine Schafgarbe
Geum urbanum Echte Nelkenwurz
Crepis biennis Wiesen-Pippau
Heracleum sphondylium Wiesen-Bärenklau
Knautia arvensis Acker-Witwenblume
Galium molligo Wiesen-Labkraut
Campanula rotundifolia Rundblättrige Glockenblume
Rorippa austriaca Österreichische Sumpfkresse
Cardaria draba Pfeil-Kresse
Lamium album Weiße Taubnessel
Geranium pratense Wiesenstorchschnabel
Convolvulus arvensis Ackerwinde
Centaurea scabiosa Skabiosen-Flockenblume

Ohne Zeitdruck konnten wir heute sehr entspannt arbeiten und auch eine kleine gemeinsame Mittagspause genießen. Hanna vom Museum hat uns verpflegt - vielen Dank dafür!

Ab 16 Uhr haben wir uns dann in die Helferschar zum Gänsefang eingereiht. Die Ornithologin des Museum, Dr. Friederike Woog, markiert mit ihrem Team jedes Jahr so viele der Stuttgarter Graugänse wie irgend möglich. Damit können interessante Daten über das Wachstum der Population gewonnen werden. Wo halten sich die Gänse auf? Wo brüten sie? Wie sehen die Familien aus - stabil, oder wechseln auch mal die Partner? Das sind nur wenige der Fragen, die man durch die Auswertung der Daten mit den beringten Graugänsen beantworten kann.

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