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Das Bassin vor dem Schloss Rosenstein ist ein extremer Lebensraum. Es besteht aus Stein/Beton, ist nur über das Sommerhalbjahr befüllt und enthält keinerlei Pflanzen.  Eine Ringleitung bringt etwas Bewegung ins Wasser, tagsüber läuft ein Springbrunnen und sorgt für ein bisschen zusätzlichen Sauerstoff. 

Wir haben mit kleinen Käschern biologische Stichproben genommen und dabei sowohl das freie Wasser als auch den Boden/Rand besammelt. Die Proben haben wir anschließend im Schulungsraum unter dem Binokular ausgewertet und die meisten Tiere auch fotografisch dokumentiert (und zwar mit Handykameras direkt durch das Okular der Binos). Bestimmt haben wir diesesmal nach der "Bilderbuchmethode" mit verschiedenen Bestimmungsbüchern zu Wassertieren. Einzelne Belege wurden in Alkohol konserviert.

Wie zu erwarten war, konnten wir nur wenige Arten nachweisen, aber die teilweise in großer Menge. Spitzenreiter waren Wasserflöhe (Daphnia) in enormer Zahl, in weitem Abstand gefolgt von Ruderwanzen (Corixa) und Larven von Eintagsfliegen (Cloeon). Daneben konnten wir Hüpferlinge (Cyclops) nachweisen. Vom Furchen-Zwergschwimmer (Hydroglyphus pusillus), einem kleinen Schwimmkäfer, fanden wir nur ein Exemplar. Auch die Häutung einer Libellenlarve hatten wir im Netz. Auf der Wasseroberfläche waren zahlreiche Wasserläufer (Gerris, vermutlich G. lacustris) unterwegs.

Zum Vergleich nahmen wir auch Wasserproben aus dem kleinen Becken im Rosengarten. Dort fanden wir ebenfalls Wasserflöhe in großer Zahl sowie Hüpferlinge. Auffällig war hier aber vor allem die große Zahl an Muschelkrebsen (Ostracoda) im bodennahen Bereich. Dort waren auch rote und weiße Mückenlarven nicht selten (Zuckmückenlarven; Chironomidae).

Am Tag vorher haben wir einen Tipp bekommen, dass sich am Max-Eyth-See sehr viele Wasservögel in zahlreichen Arten versammelt hätten, weil andere Gewässer in der langen Kälteperiode zugefroren seien. Also verlagerten wir unsere Beobachtungen ausnahmsweise in ein Gebiet außerhalb des Rosensteinparks, um am Max-Eyth-See möglichst viele Entenarten kennenzulernen. Leider war das Fehlanzeige. Denn über Nacht war der See ebenfalls zugefroren. 

Die Ausbeute war entsprechend gering. Außer ein paar Lachmöwen, Graugänsen und Stockenten sahen wir noch eine Krickente und, auf dem Neckar, einen Zwergtaucher und ein Zwergsäger-Weibchen. Außerdem hatten wir noch eine nette Begegnung mit einem Schwanzmeisentrupp. Insgesamt war das aber eher kalt als erfolgreich...

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