Presseeinladung: Insektenmonitoring in Baden-Württemberg: eine Gemeinschaftsaufgabe im Naturschutz

Ort: Vortragssaal, Staatliches Museum für Naturkunde Stuttgart, Museum am Löwentor, Eingang Nordbahnhofstraße

Datum: Donnerstag, 12. September 2019, 14:00 bis 16:00 Uhr

Anfahrt: (Bahn und Pkw) siehe Webseite Anfahrt - Staatliches Museum für Naturkunde Stuttgart

Bei dieser Veranstaltung informieren Sie

  • Andre Baumann, Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg
  • Eva Bell, Präsidentin der LUBW Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg
  • Professorin Dr. Johanna Eder, Direktorin des Staatlichen Museums für Naturkunde Stuttgart (SMNS)
  • Professor Dr. Lars Krogmann, Projektleiter Monitoring Biomasse-Luft, SMNS

über das Vorgehen und die ersten Ergebnisse des seit 2018 in Baden-Württemberg durchgeführten Insektenmonitorings.

Bitte melden Sie sich bis Mittwoch, 11. September 2019, 14:00 Uhr per E-Mail unter folgender E-Mail-Adresse an: pressestelle [at] lubw [dot] bwl [dot] de.

Der Termin eignet sich auch für Bild- und Filmaufnahmen hinter den Kulissen des Naturkundemuseums sowie die Aufnahme von O-Tönen mit den Vortragenden.

 

Ablaufplan:

14:00 Uhr: Pressefoto auf dem Museumsvorplatz
mit Staatsekretär Andre Baumann, Präsidentin Eva Bell, Prof. Dr. Johanna Eder und Prof. Dr. Lars Krogmann

14:10 Uhr: Vortragssaal

14:10 Uhr: Begrüßung: Prof. Dr. Johanna Eder, Direktorin SMNS

14:15 Uhr:  Die Aktivitäten des Landes zur Stärkung der biologischen Vielfalt: Andre Baumann, Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft

14:25 Uhr:  Erste Ergebnisse des landesweiten Insektenmonitorings: Eva Bell, Präsidentin der LUBW

14:35 Uhr:  Aufgaben der Wissenschaft beim landesweiten Insektenmonitoring: Prof. Dr. Lars Krogmann, Projektleiter Monitoring Biomasse-Luft, SMNS

14:45 Uhr:  Fragerunde

15:00 Uhr Rundgang im Naturkundemuseum

15:00 Uhr   Ermittlung Biomasse, Probensortierung, taxonomische Bearbeitung, Trends und Ergebnisse

15:20 Uhr   Aufbau eines Biodiversitätsarchivs (Entomologische Sammlung)

15:40 Uhr   Biomonitoring und integrative Taxonomie (Molekularlabor)

 

Hintergrundinformation

Aus den Mitteln des Sonderprogramms zur Stärkung der biologischen Vielfalt hatte die Landesregierung 1,5 Millionen Euro bereitgestellt, um in Baden-Württemberg ein Insektenmonitoring durchzuführen. Mit dieser Aufgabe wurde die LUBW Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg betraut. Im Frühling 2018 hatte die LUBW begonnen, auf insgesamt 191 Flächen repräsentative Artengruppen von Insekten, darunter Heuschrecken und Tagfalter, zu kartieren. 161 dieser Flächen befinden sich in konventionell bewirtschafteten Landschaften, in denen ein Großteil unserer Lebensmittel erzeugt wird. Zum Vergleich wurden 30 Flächen in Naturschutzgebieten kartiert. Nach fast zwei Jahren sind nun bereits mehr als die Hälfte der Flächen kartiert und erste Ergebnisse liegen vor.

Weiterführende Informationen:

LUBW Pressemitteilung vom 29.08.2018 zum Start:
Sonderprogramm Biologische Vielfalt, Neues Konzept zum landesweiten Insektenmonitoring


Für Fragen wenden Sie sich bitte an:

LUBW Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg
Pressestelle
Griesbachstraße 1
76185 Karlsruhe

Tel.: 0721/5600-1387
Fax: 0721/5600-1324

E-Mail: pressestelle [at] lubw [dot] bwl [dot] de

Naturkundemuseum und Forum der Kulturen laden ein zum „Schlosskonzert Interkulturell“

Stuttgart, 29.7.2019. Unter dem Titel „Schlosskonzert Interkulturell“ laden das Naturkundemuseum und das Forum der Kulturen Stuttgart e. V. am 12.9.2019 zu einem besonderen Konzertabend ins Schloss Rosenstein. Statt eines einzelnen Ensembles zeigen vier migrantische Vereine in einer musikalisch-tänzerischen Collage, wie facettenreich der Sound Stuttgarts sein kann. Der Abend schöpft dabei Inspiration aus der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen in der Migrationsgesellschaft, zu der Kulturinitiativen und Vereine einen wichtigen Teil beitragen.

Das Sommerkonzert im Schloss Rosenstein hat Tradition – Musikgenuss in der wunderbaren Atmosphäre der Säulenhalle, flankiert von Elefant und Wal. Das Museum steht dabei nicht nur für Vielfalt in Flora und Fauna, sondern auch für musikalische Vielfalt. Dieses Jahr erwartet die Zuschauerinnen und Zuschauer beim Sommerkonzert mit gleich vier Ensembles ein interkulturelles und ganz besonders vielseitiges Programm. Von World Music über traditionell indonesische Gamelanmusik bis hin zu Chor, Saz und mongolischem Tanz: Der Abend verspricht Abwechslung pur!

Möglich wird dieser interkulturelle Musikabend durch die Kooperation mit dem Forum der Kulturen Stuttgart e. V. Durch das umfangreiche Netzwerk des Interkulturbüros und die Vernetzung mit über 130 migrantischen Vereinen kam der Kontakt zu den Ensembles zustande, die sich und ihre Arbeit im Rahmen dieses Schlosskonzertes in einer einzigartigen Collage einem größtenteils neuen Publikum präsentieren. Moderiert wird der Abend von Sängerin und Performerin Lisa Tuyala.

 

Programm:

Verein der Mongolischen Akademiker e. V. mit der Tänzerin SHINEE

Der Verein der Mongolischen Akademiker e. V. ist aktiv in den Bereichen Bildungs- und Entwicklungszusammenarbeit sowie Kultur. An diesem Abend präsentiert der Verein die Tänzerin SHINEE (Shinetsetseg Gunbileg), die mit ihren dynamischen Tänzen mongolische Tradition und moderne Tanzelemente verbindet.

MUSAık – World Music 

Die internationale Band MUSAık – bestehend aus acht Musikern und Musikerinnen aus sieben Ländern, die zusammen zehn Sprachen sprechen – präsentiert Eigenkompositionen

und traditionelle Lieder in neuer Interpretation. Die einzigartige Kombination unterschiedlichster Sprachen, Instrumente, Melodien und Harmonien ist von den Herkunftsländern der Bandmitglieder beeinflusst.

Internationaler Kulturverein Tohum e. V.

Tohum e. V. ist ein gemeinnütziger Verein mit dem Ziel, interkulturelle Verständigung durch Kulturarbeit zu fördern. In Theater, Kunst und Musik werden Themen wie Rassismus oder häusliche Gewalt aufgegriffen und bearbeitet. Der generationenübergreifende Chor des Vereins zeigt an diesem Abend die dynamische Kraft, Vitalität und die verbindenden Elemente Musik und Kultur in der Migrationsgesellschaft.

Kridha Budaya Sari – Verein zur Förderung der indonesischen Musik- und Tanzkultur e. V.

Der indonesische Verein Kridha Budaya Sari möchte die vielfältige Kultur Indonesiens fernab der Heimat erhalten, pflegen und bekannt machen. Das Wort „Gamelan“ bezeichnet sowohl eine Musikrichtung, die vor Jahrhunderten in den alten Fürstenhöfen der indonesischen Inseln Java und Bali entstanden ist, als auch das aus traditionellen Instrumenten bestehende Orchester, das diese Musik spielt. Die Gamelanmusik, die der Verein bei den Schlosskonzerten präsentiert, ist fast ausschließlich auf Java und Bali zu hören.

 

Für die Redaktionen

Schlosskonzert Interkulturell

Do, 12.9.2019, 20 Uhr (Einlass 19.30 Uhr)

Schloss Rosenstein Stuttgart

Tickets: € 18.- / erm. € 15.-

Vorverkauf und Kartenreservierung:

Tel.: 0711/8936-106

E-Mail: tickets [at] smns-bw [dot] de

Tickets sind auch an den Kassen im Museum am Löwentor und im Schloss Rosenstein erhältlich.

 

Für den Förderverein des Naturkundemuseums wird exklusives Vorprogramm mit Sektempfang und einem Kurzvortrag zur kommenden Sonderausstellung „RIESIG im Meer“ angeboten.

Nach 25 Jahren abgeschlossen: Die Inventur europäischer Spannerfalter

Stuttgart, 18.7.2019. Ein internationales Forscherteam hat in den letzten 25 Jahren die Biodiversität der europäischen Spannerfalter (Geometridae), der zweitgrößten Familie der Schmetterlinge, erforscht und in einem sechsbändigen Grundlagenwerk “The Geometrid Moths of Europe“ veröffentlicht. Der sechste und letzte Band wurde Anfang Juni auf dem europäischen Kongress für Schmetterlingskunde im süditalienischen Campobasso vorgestellt.

Die nachtaktiven Spannerfalter sind mit knapp 1000 Arten in Europa, von denen über 430 Arten auch in Deutschland vorkommen, die zweitgrößte Familie unter den Schmetterlingen. Bekannt vor allem als Schädlinge (z.B. Frostspanner), spielen die Spanner auch eine nicht zu unterschätzende Rolle als Teil der Nahrungskette. Sie bilden die unverzichtbare Lebensgrundlage vieler Vögel und Fledermäuse. Dennoch war diese Tiergruppe in Europa bisher nur unzureichend erforscht.

Diese Lücke hat nun ein internationales Forscherteam geschlossen. Über die letzten 25 Jahre wurden wissenschaftliche Erkenntnisse zu u.a. Morphologie, Verwandtschaftsbeziehungen, Verbreitung, Ökologie und Lebensweise zusammengetragen und nach und nach in einem nun sechsbändigen Werk publiziert. Der abschließende Band konnte kürzlich auf dem europäischen Kongress für Lepidopterologie vorgestellt werden. Neben  Peder Skou aus Dänemark und Pasi Sihvonen vom Naturkundemuseum in Helsinki waren auch vier deutsche Forscher als Autoren beteiligt: Dr. Hossein Rajaei vom Naturkundemuseum Stuttgart, Dr. Axel Hausmann aus der Zoologischen Staatssammlung München, Sven Erlacher vom Naturkundemuseum Chemnitz sowie Dr. Bernd Müller aus Berlin.

Mit einem Gesamtumfang von 3.652 Seiten, 119 Farbtafeln und Tausenden von Detailabbildungen wird diese Buchreihe sicherlich für lange Zeit als Standardwerk gelten können. Modernste Untersuchungsmethoden flossen hierbei mit ein, wie zum Beispiel das „DNA Barcoding“, eine genetische Typisierung aller Tierarten ähnlich dem Fingerprinting in der Forensik. Bisher konnten schon für 99% aller europäischen Spannerarten derartige „DNA Barcodes“ erstellt werden.

Grundlagenforschung in einem solchen Umfang ist vor allem an den naturkundlichen Forschungsmuseen möglich, die sich in ihrer Arbeit auf ihre historisch gewachsenen, biologischen Sammlungen stützen können und damit wesentlich zur Erforschung, dem Verständnis sowie dem Erhalt der Artenvielfalt und Biodiversität beitragen.

 

Publikationen der 6 Bände der Buchreihe:

Hausmann, A. (2001): Introduction. Archiearinae, Orthostixinae, Desmobathrinae, Alsophilinae, Geometrinae. In A. Hausmann (ed.): The Geometrid Moths of Europe 1: 1–282. Apollo Books, Stenstrup.

Mironov, V. (2003): Larentinae II. In Hausmann, A. (ed.): The Geometrid Moths of Europe 4: 1–464. Apollo Books, Stenstrup.

Hausmann, A. (2004): Sterrhinae. In A. Hausmann (ed.): The Geometrid Moths of Europe 2: 1–600. Apollo Books, Stenstrup.

Hausmann, A. & J. Viidalepp (2012): Larentiinae I. In Hausmann, A. (ed.): The Geometrid Moths of Europe 3: 1–743. Apollo Books, Vester Skerninge.

Skou, P. & P. Sihvonen (2015): Ennominae I. In Hausmann, A. (ed.): Geometrid Moths of Europe, vol. 5, pp. 1–657. Brill, Leiden.

Müller, B., Erlacher, S., Hausmann, A., Rajaei, H., Sihvonen, P. & P. Skou (2019): Ennominae II. – In A. Hausmann, P. Sihvonen & H. Rajaei (eds): The Geometrid Moths of Europe 6: 1–906. Brill, Leiden.

Smart und clever: Tag der offenen Tür im Naturkundemuseum

Am 30. Juni lädt das Naturkundemuseum Stuttgart alle interessierten BürgerInnen ein zum Tag der offenen Tür. Von 14 bis 18 Uhr kann im Museum am Löwentor ein Blick hinter die Kulissen eines modernen Forschungsmuseums geworfen werden. Zusätzlich ist der Eintritt in beide Häuser – Schloss Rosenstein und Museum am Löwentor – den ganzen Tag über frei.

Mit dem Tag der offenen Tür ist das Naturkundemuseum dieses Jahr Teil des 1. Stuttgarter Wissenschaftsfestivals, das vom 26.6. bis zum 6.7. stattfindet. Das Motto dieses Festivals lautet „Smart und clever“ und das Ziel ist es, Stuttgart als Stadt der Wissenschaft und Forschung besser sichtbar zu machen. Und wo gelingt das leichter als im Naturkundemuseum?

Neben dem Offensichtlichen – den Ausstellungen – öffnet das Museum an diesem Tag seine Labore, Werkstätten, Magazine und Depots. Auf Grundlage enormer Sammlungen – fast 12 Millionen Objekte – wird hier tagtäglich Wissenschaft auf höchstem Niveau betrieben. Die BesucherInnen können nicht nur einen Blick in die verschiedenen Arbeitsbereiche der Grundlagen- und angewandten Forschung werfen, sondern auch selbst ausprobieren, experimentieren und mitforschen.

Neben dem „klassischen“ Handwerkzeug wie Hammer und Meißel, Kescher und Mikroskop kommt dabei auch hochmoderne technische Infrastruktur zum Einsatz: Micro-CT, Rasterelektronenmikroskop (REM), 3D-Modellierungen, Bioinformatik, 3D-Druck und DNA-Barcoding prägen den Arbeitsalltag der WissenschaftlerInnen und PräparatorInnen.

Mithilfe dieser Techniken werden vergangene Ökosysteme rekonstruiert und wird grundlegenden Fragen zu Evolution und Artenvielfalt nachgegangen. Auch suchen die ForscherInnen Antworten auf aktuelle gesellschaftsrelevante Themen wie Klimawandel oder Artenschwund.

Wie fließen neueste Forschungsergebnisse in die Ausstellungen ein? Was verrät der Inhalt des Verdauungstraktes eines Insektes - Millionen von Jahren in Bernstein konserviert - über das damalige Ökosystem? Wie entsteht aus einer längst versteinerten Wespe ein 3D-Modell? Und was hat Evolutionsforschung mit Hautcreme zu tun?

Es gibt viele Möglichkeiten, Natur neu zu entdecken.

Die Natur ist "clever" - sind wir auch "smart" genug, von ihr zu lernen?

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Für die Redaktionen

Falls Sie vorab Interesse an einem Blick hinter die Kulissen oder in die diversen Forschungsbereiche haben, melden Sie sich bei uns. Wir machen gerne einen Termin für eine Besichtigung von Laboren, Werkstätten und/oder Sammlungen aus.

Zudem sind Sie herzlich eingeladen, unseren Tag der offenen Tür zu begleiten. Es darf fotografiert werden. Bitte melden Sie sich kurz bei uns, wenn Sie kommen möchten. Am Tag selbst können Sie sich an der Kasse im Museum am Löwentor melden.

Adresse:

Naturkundemuseum Stuttgart

Museum am Löwentor und Schloss Rosenstein

Rosenstein, Gewann 1

70191 Stuttgart

www.naturkundemuseum-bw.de

Informationen zum 1. Stuttgarter Wissenschaftsfestival: www.stuttgart.de/wissenschaftsfestival

 

Pressekontakt:

Lisa-Marie App

Tel. 0711/8936-107

E-Mail: Lisamarie [dot] App [at] smns-bw [dot] de

 

Abbildungen:

Bild 1: Magazin_Holzmaden_Fischsaurier_Wagner.jpg: Im Holzmadenmagazin lagern die weltberühmten Fischsaurier aus Baden-Württemberg.

Urheber: SMNS / Wagner

Bild 2: Micro_CT_SMNS.jpg: Mithilfe des Micro-CT können z.B. – wie hier auf dem Foto erkennbar – Schädelscans von Reptilien oder Scans von Bernsteininklusen gemacht werden.

Urheber: SMNS

Bild 3: Restauration_Fischsaurier_Stübler.jpg: Die Fischsaurierfossilien werden am Naturkundemuseum fachmännisch untersucht und restauriert.

Urheber: SMNS / Stübler

Bild 4: Sammlung_Insektenkunde_SMNS.jpg: Die Insektensammlung des Naturkundemuseums umfasst an die 4,5 Mio. Exemplare.

Urheber: SMNS

Bitte beachten Sie, dass eine Veröffentlichung des Bildmaterials nur unter Nennung des Urhebervermerks gestattet ist. Vielen Dank.