Museum am Löwentor

Laufzeit: 15.04.2015 – 27.09.2015

Schnell fliegen kann jeder. Langsam ist viel schwieriger. Der amerikanische Landschaftsfotograf George Steinmetz ist besonders langsam. Er geht mit einem motorisierten Paraglider in die Luft und schafft ganze 45 km/h. Diese Langsamkeit eröffnet dem Auge ganz neue Perspektiven.

George Steinmetz reist in die entlegensten Winkel dieser Welt. Es zieht ihn in die Wüsten, dorthin, wo Landschaft grafisch wird: Sanddünen, Felsformationen, Salzseen, Winderosionen, Überreste vergangener Zivilisationen und eine an Extreme angepasste Flora und Fauna. Landschaften, die sich ständig wandeln und doch gleich bleiben.

„Desert Air“ ist die Quintessenz aus 15 Jahren Wüstenfotografie in über 30 verschiedenen Ländern. Viele der Fotografien zeigen Orte, die noch niemand zuvor gesehen hat. George Steinmetz kann praktisch überall starten und landen. „Ich bin ein Fotograf, der fliegt, nicht ein Pilot, der Bilder macht“ – das zeigen die quadratmetergroßen Bilder der Ausstellung deutlich. Licht und Schatten spiegeln auch den Tagesablauf des Fotografen wider: Wenn die Sonne niedrig steht, wird die Wüste plastisch. Also kurz nach Sonnenaufgang abheben und kurz vor Sonnenuntergang noch immer in der Luft, oder besser: schon wieder. Nach zwei Flugstunden ist der Tank des Huckepack-Motors nämlich leer.

George Steinmetz hat an der Stanford University (Kalifornien) Geophysik studiert. Seine vielfach ausgezeichneten Fotografien erscheinen regelmäßig in Zeitschriften.

Bild 1. Afar- Dreieck, Äthiopien, März 2011                                                                                                

Die heißen Schwefelquellen des Dallol verdanken ihre grüne Farbe den Algen. Die Schwefelablagerungen sind anfangs weiß, färben sich mit fortschreitender Oxidation dann jedoch gelb und orange.

Bild 2. Karnasai- Tal, Tschad, März 1998                                                                                                     

Sandsteinfelsen inmitten einer orangefarbenen Dünenlandschaft einige Kilometer von der libyschen Grenze entfernt. Da der Taleingang zur Zeit des Libyschen- Tschadischen- Grenzkrieges in den 1980er- Jahren vermint war, verschlägt es normalerweise niemanden in diesen entlegenen Winkel der Zentralsahara.

Bild 3. Taklamakan-Wüste, China, September 2006         

Rote Peperoni werden nach der Ernte in der Kieswüste bei Baicheng im Gebiet Xinjiang getrocknet. Früher nahmen die Karawanen auf ihren langen Reisen entlang der Seidenstrasse grundsätzlich getrocknete Lebensmittel mit.

alle Bilder © George Steinmetz

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