Staatliches Museum für Naturkunde Stuttgart - Schloss Rosenstein

Eröffnung: 23.10.2014, Laufzeit: 24.10.14 bis 31.5.2015

                                                                                                       Ausstellungsflyer

63 Kilometer lang, 254 Meter tief, 536 Quadratkilometer groß – an Superlativen fehlt es dem Bodensee wahrlich nicht. Allein das macht ihn schon zu etwas ganz Besonderem. Dazu eine Landschaft, die idyllischer kaum sein könnte: In sanfte Hügel eingebettet glänzt der See vor einem eindrucksvollen Alpenpanorama. Kein Wunder, dass wir in Baden-Württemberg ein ganz besonderes Verhältnis zum „Schwäbischen Meer“ haben: Unser Bodensee. 

Aber nicht nur wir kommen zum Bodensee, um uns zu erholen. Der See kommt auch zu uns. Stuttgart trinkt Bodensee! Seine ungewöhnliche Wasserqualität ist im dicht besiedelten Europa alles andere als selbstverständlich. Dahinter stecken eine weitsichtige Planung und gewaltige Investitionen. Heute liefert der See vier von 10,5 Millionen Baden-Württembergern das Lebensmittel Nr. 1. Der Bodensee gehört nicht zuletzt deshalb sicher zu den bestuntersuchten Gewässern der Welt.

Trotzdem birgt er noch viele Geheimnisse. Mit der Ausstellung „Unser Bodensee“ nähern wir uns dem komplexen Ökosystem aus vielen Perspektiven:

Mit dem Forschungsschiff des Instituts für Seenforschung sind wir Auf dem See unterwegs: Was wird alles beobachtet, gemessen, erfasst?

Dabei geht es schnell unter die Oberfläche: Was spielt sich Im See ab, diesem gigantischen Wasserkörper von 48 Kubikkilometern?

Und Unter dem See, am Seegrund, wo sich als eine Art „Gedächtnis“ des Sees Sedimentschichten übereinanderlegen, die sich wie ein Geschichtsbuch lesen lassen.

Wie wird diese Geschichte weitergehen? Die Forscher rechnen mit weitreichenden Auswirkungen der Klimaerwärmung auf den See – und damit auf uns alle, denn, wie gesagt, das halbe Land hängt am Tropf des Sees. Das steht im Mittelpunkt des Ausstellungsbereichs Vom See.

Ein Blick von oben – Über dem See – zeigt das Einzugsgebiet, das bis Italien reicht, und den Einfluss von Wind und Wetter.

Dann folgen wir dem Rhein auf seinem Weg Durch den See. Wie lange dauert es eigentlich, bis ein frisch im Osten angekommener Wassertropfen den See im Westen wieder verlässt?

Am See schließlich widmet sich dem attraktivsten und gleichzeitig sensibelsten Bereich des Sees, seinem Ufer. Eine 273 Kilometer lange Linie, landseits gesäumt von Stränden, seeseits geprägt von Flachwasserzonen. Hier stößt der Bodensee (nicht nur im Sinne des Wortes) an seine Grenzen und es wird klar, dass die verschiedenen Ansprüche von Mensch und Natur nicht immer ganz einfach auszutarieren sind.

 


Bildautoren und Copyright.

Einstiegsseite: Birdy68/shutterstock.com
Wasserwerk: Bodenseewasserversorgung
Forschungsschiff: Susanne Leidenroth, SMNS
Büschelmückenlarve: Piet Spaans
Rheindurchfluss: Archiv ISF

Vortragsreihe zur Ausstellung

Mi., 12.11.14

„SeeLeben - Tauchbeobachtungen an Halde und Steilwand im Bodensee 

Prof. apl. Dr. Franz Brümmer, Universität Stuttgart, Institut für Biomaterialien und biomolekulare Systeme

 

Mi., 21.1.15

„Trinkwasserversorgung aus dem Bodensee: aktuelle und zukünftige Herausforderungen“

Dr. Roland Schick, Zweckverband Bodenseewasserversorgung

 

Mi., 25.2.15

„Bodensee Tiefenvermessung - was passiert da?“

Dr. Martin Wessels, LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg, Institut für Seenforschung

 

Mi., 18.3.15

"Pfahlbauten am Bodensee - Entdeckungen, Forschungen und Schutzmaßnahmen unter Wasser"

Dr. Helmut Schlichtherle, Regierungspräsidium Stuttgart, Landesamt für Denkmalpflege

 

 

Vortragssaal Museum am Löwentor/ Beginn 19.30 h, Einlass ab 18.30 h/ € 3.-, Erwachsene, ermäßigt € 2.-, / Fördervereinsmitglieder frei. Die Sonderausstellung „Unser Bodensee“ im Schloss Rosenstein hat vor den Vorträgen bis 19.30 h für Sie geöffnet.