11.05.2021

Museum digital: Naturportal Südwest. Jetzt draußen Arten entdecken, digital bestimmen und melden.

GEMEINSAME PRESSEMITTEILUNG des Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg und des Naturkundemuseums Stuttgart

Der Frühling ist da und in der Natur gibt es viel zu entdecken. Es summt, kriecht und sprießt überall. Aber wie heißt diese Schnecke auf dem Balkongeländer nochmal? Und der Käfer auf dem Baumstamm? Bei der Beantwortung dieser Fragen hilft das Naturportal Südwest www.naturportal-suedwest.de des Naturkundemuseums Stuttgart, das seit dem letzten Jahr online ist und im Rahmen des Programms „Digitale Wege ins Museum I“ des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg mit rund 200.000 Euro gefördert wurde.

Interessierte können über das webbasierte Bestimmungstool Tiere und Pflanzen, die sie in der Umwelt finden, vor Ort via Smartphone digital bestimmen. Im Naturportal Südwest finden sich interaktive und illustrierte Bestimmungshilfen, mit denen sich viele der aus Baden-Württemberg bekannten Arten sicher identifizieren lassen. Das Naturkundemuseum Stuttgart hat mit seinen einzigartigen Sammlungen und mit den am Haus tätigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern eine besondere Kompetenz im Bereich der Taxonomie und Artenkenntnis. Unter anderem leitet das Museum seit Jahren große Teile der landesweiten Bestandsaufnahme heimischer Pflanzen und Tiere. Auf dieser Grundlage stellt das Naturkundemuseum Stuttgart mit dem Naturportal Südwest eine digitale Möglichkeit zur Verfügung, die Biodiversität in unserem Land besser kennenzulernen und die Artenkenntnis zu stärken.

„Mit dem Naturportal Südwest bietet das Naturkundemuseum Stuttgart Klein und Groß die Möglichkeit, sich einzubringen und selbst zur Wissenschaftlerin und zum Wissenschaftler zu werden. Spannend und spielerisch wird die Bestimmung von Tieren und Pflanzen ermöglicht. Damit erfüllt das Naturportal Südwest den Bildungs- und Vermittlungsauftrag des Museums in einer zeitgemäßen Weise und erweitert das Wissen um die biologische Vielfalt und deren Bedeutung. Ich freue mich, dass bereits einige spannende Entdeckungen gemeldet worden sind“, sagte Kunststaatssekretärin Petra Olschowski.

Bereits mehr als 500 Fundmeldungen

Bisher wurden dem Museum durch Citizen Scientists bereits über 500 Funde gemeldet, darunter einige sehr bemerkenswerte Entdeckungen, wie der Alpenbockkäfer, die Riesenholzwespe sowie Riesen-Erzwespe. Insekten und Spinnen werden bisher am meisten verzeichnet. „Gerade während der Corona-Pandemie erleben viele Menschen die Natur auf eine viel intensivere Weise als zuvor, machen lange Spaziergänge oder verbringen Zeit mit ihrer Familie im Grünen. Genau dabei ist unser neues Bestimmungstool ein idealer Wegbegleiter für Naturinteressierte, der über das Smartphone auch in Zeiten der Schließung die Verbindung zum Naturkundemuseum aufrechterhält“, so Prof. Dr. Lars Krogmann, der Interimsdirektor des Museums.

Naturliebhaberinnen und Naturliebhaber sowie ambitionierte Citizen Scientists können die Datenbank des Portals mit bestücken. Als registrierte Benutzerin oder registrierter Benutzer können Funde schnell und einfach digital erfasst werden: Foto hochladen, Funddaten eingeben, absenden, fertig! Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Naturkundemuseums überprüfen alle Meldungen und pflegen sie in die Datenbank ein. Das Naturkundemuseum hofft auch weiterhin auf eine rege Beteiligung, denn alle digitalen Fundmeldungen über das Naturportal Südwest helfen dem Museum ganz wesentlich, die Vielfalt der Arten und deren räumliche Verbreitung in Baden-Württemberg immer vollständiger zu erfassen. Wer mitmachen möchte, kann sich unter www.naturportal-suedwest.de anmelden und loslegen.

Arten-Bestimmungsstationen im Museum

Sobald die Museen wieder öffnen, können außerdem naturkundliche Fundstücke, wie beispielsweise die beim Spaziergang im Park entdeckte Feder, ins Museum gebracht werden. An Arten-Bestimmungsstation im Museum am Löwentor und Schloss Rosenstein können die gefundenen Objekte digital erfasst werden. Danach werden diese von den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Naturkundemuseums bestimmt. Sobald ein Objekt identifiziert ist, wird es Teil der digitalen Sammlung.


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Weitere Informationen:

Förderprogramm „Digitale Wege ins Museum“:
Das Naturportal Südwest wurde im Rahmen des Förderprogramms „Digitale Wege I“ des Ministeriums für Wissenschaft Forschung und Kunst Baden-Württemberg gefördert. Ziel von „Digitale Wege ins Museum“ ist es, die Landesmuseen dabei zu unterstützen, neue digitale Partizipations- und Erlebnismöglichkeiten zu schaffen, Bildungsinhalte zeitgemäß zu vermitteln und umfassende digitale Strategien zu entwickeln.

Einen Überblick zu den Projekten im Rahmen des Förderprogramms „Digitale Wege ins Museum“ finden Sie unter:
https://mwk.baden-wuerttemberg.de/de/kunst-kultur/digitale-wege-ins-museum/

Bildmaterial:
Schwebfliege_Episyrphus_balteatus_SMNS_U.Schmid.jpg: Die Schwebfliege Episyrphus balteatus ist eine der häufigsten Arten in Baden-Württemberg und überall anzutreffen, auch in Gärten. Sie ist hochmobil und gehört zu den Wanderschwebfliegen. Erwachsene Tiere ernähren sich von Pollen und Nektar, die Larven fressen Blattläuse und sind wichtige Schädlingsbekämpfer.
Urhebervermerk: SMNS, U. Schmid
 
Genabelte_Strauchschnecke_Fruticicola_fruticum_SMNS_I.Richling.jpg: 
Die genabelte Strauchschnecke Fruticicola fruticum ist in ganz Baden-Württemberg verbreitet und zum Beispiel in Gebüschen zu finden.
Urhebervermerk: SMNS, I. Richling

Alpenbock_Rosalia_alpina_SMNS_J.Holstein.jpg: Der Alpenbock ist wohl einer der schönsten heimischen Käfer. Die Larven benötigen stehende anbrüchige Buchen, die zudem ausreichend besonnt sind. Daher ist der Alpenbock sehr selten bei uns und nur vereinzelt nachzuweisen.
Urhebervermerk: SMNS, J. Holstein
 
Riesenholzwespe_Urocerus_gigas_SMNS_J.Holstein.jpg: Mit bis zu 40 mm Körperlänge ist die Riesenholzwespe zu den Großinsekten unserer Fauna zu zählen. Ihre Larven leben in verpilztem Nadelholz in Symbiose mit dem Tannen-Schichtpilz, mit dessen Hilfe sie das nährstoffarme Holz besser verdauen kann. Diese besonderen Ansprüche führen zur Seltenheit dieser großen aber harmlosen Pflanzenwespe.
Urhebervermerk: SMNS, J. Holstein

Bitte beachten Sie, dass eine Verwendung des Bildmaterials nur mit Urhebervermerk gestattet ist. Vielen Dank.