Fossil eines urzeitlichen Amphibs

Forschung

Biodiversität erforschen. Zukunft gestalten.

Das Naturkundemuseum Stuttgart ist ein international vernetztes, integriertes Forschungsmuseum. Über 190 engagierte Mitarbeitende aus knapp 30 Nationen arbeiten hier gemeinsam an einem Ziel: die biologische Vielfalt unseres Planeten über die Erdgeschichte hinweg zu erforschen, zu bewahren und die gewonnenen Erkenntnisse zu teilen.

Am Naturkundemuseum Stuttgart verbinden wir exzellente naturwissenschaftliche Forschung mit gesellschaftlicher Verantwortung und geben wichtige Impulse für das Verständnis und den Schutz biologischer Vielfalt. Im Zentrum der Forschung steht unsere wissenschaftliche Sammlung. Sie geht auf die herzogliche Kunstkammer von 1600 und das 1791 gegründete Naturalienkabinett zurück und gehört heute zu den bedeutendsten naturwissenschaftlichen Sammlungen Europas. Dieses Archiv der biologischen Vielfalt ermöglicht es uns, tief in die Vergangenheit und genau auf die Gegenwart zu blicken, von urzeitlichen Fossilien über historische Belege bis zu heute lebenden Tieren, Pflanzen und Pilzen. Durch die einzigartige Kombination aus Paläontologie und Biologie können wir erforschen, wie biologische Vielfalt entsteht, sich verändert und verschwindet.

Was ist Biodiversität?

Biodiversität bezeichnet die gesamte Vielfalt des Lebens auf der Erde über die Erdgeschichte hinweg, von der genetischen Vielfalt über die Artenvielfalt bis hin zur Vielfalt der Ökosysteme. Sie bildet das Netz des Lebens, das unsere Ökosysteme trägt und damit unser Leben auf der Erde ermöglicht.

Die großen Fragen unserer Forschung

  • Wie passen sich Lebewesen an ihre Umwelt an?
    Die Vielfalt innerhalb einer Art ist eine wichtige Voraussetzung für ihre Anpassungsfähigkeit. Wir untersuchen, wie genetische Unterschiede und äußerliche Merkmale dazu beitragen, dass sich Populationen an veränderte Umweltbedingungen anpassen und im Laufe der Evolution neue Arten entstehen. 
  • Wie entsteht Artenvielfalt und wo ist sie zu finden?
    Die Vielfalt der Arten und ihre Interaktionen halten unsere Ökosysteme funktional und widerstandsfähig. Wir erforschen, wie viele Arten es gibt, wie sie miteinander verwandt sind und wie sich ihre Verbreitungsmuster von der Vergangenheit bis heute erklären lassen. 
  • Wie verändern sich Lebensgemeinschaften und Ökosysteme?
    Unsere Ökosysteme sind komplexe Netzwerke. Wir entschlüsseln, wie natürliche und vom Menschen verursachte Umweltfaktoren die Zusammensetzung und die Stabilität dieser Gemeinschaften beeinflussen. Wir vergleichen Ökosysteme der Vergangenheit mit den heutigen, um neue Erkenntnisse zu ökologischen Veränderungen zu gewinnen und leiten daraus wichtige Schlussfolgerungen für den Erhalt der biologischen Vielfalt ab.
Kollage Pflanze, Verbreitungskarte und GrafikKollage Pflanze, Verbreitungskarte und Grafik

Forschungsprogramm

Biodiversität verändert sich ständig, in der Geschichte des Lebens ebenso wie in der Gegenwart. Erfahren Sie, wie unser Forschungsprogramm diese Dynamik auf drei Ebenen untersucht und damit zum Verständnis und Erhalt biologischer Vielfalt beiträgt.

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Projekte

Tapinoma-Forschungsprojekt

Die aus dem Mittelmeergebiet stammende Ameisenart Tapinoma magnum bildet riesige Superkolonien und bedroht zunehmend Gebäude und Infrastruktur in Baden-Württemberg und anderen Regionen Deutschlands. Das „Tapinoma-Projekt“ bündelt daher die Expertise der Staatlichen Naturkundemuseen Stuttgart und Karlsruhe mit Citizen Science, um diese Herausforderung zu bewältigen.

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Eine Ameise der Ameisenart Tapinoma magnumEine Ameise der Ameisenart Tapinoma magnum

„Wundersaurier“ Mirasaura

Ein internationales Team unter der Leitung der Paläontologen Dr. Stephan Spiekman und Prof. Dr. Rainer Schoch vom Staatlichen Museum für Naturkunde Stuttgart hat mit dem „Wundersaurier“ Mirasaura ein frühes Reptil aus der Triaszeit vor etwa 247 Millionen Jahren beschrieben, das wohl eine noch völlig unbekannte Alternative zu Federn und Haaren entwickelt hat.

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Rekonstruktion zweier Wundersaurier Mirasaura in ihrem LebensraumRekonstruktion zweier Wundersaurier Mirasaura in ihrem Lebensraum
Bild: G. Ugueto

DFG Forschungsgruppe: Bone histology, body size and paleoenvironment of temnospondyls

Die Lebenszyklen heute lebender Landwirbeltiere sind äußerst vielfältig. Hier analysieren wir, wie sich diese Ontogenesen entwickelt haben und welche Lebensgeschichtsstrategien sie repräsentieren. Wir untersuchen Merkmale des Wachstums, der Entwicklung, der Fortpflanzung, der Fortbewegung, der Nahrungsaufnahme und der Wahrnehmung, die die grundlegenden Bausteine für eine umfassende Rekonstruktion der Lebensgeschichte bilden.

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Logo Forschungsgruppe Paläontologie temnospondylen AmphibienLogo Forschungsgruppe Paläontologie temnospondylen Amphibien

Wissenschaftskolloquium

Direkt am Puls der Wissenschaft: in unserem Wissenschaftskolloquium werden aktuelle Forschungsarbeiten aus dem Naturkundemuseum Stuttgart, aber auch von (internationalen) Partnerinstitutionen vorgestellt. Das Kolloquium dient dem wissenschaftlichen Austausch unter Forschenden und allen Forschungsinteressierten. Die Vorträge in englischer Sprache finden regelmäßig alle 14 Tage dienstags um 16 Uhr im Museum am Löwentor statt und werden über Zoom übertragen. Wir freuen uns über rege Teilnahme vor Ort oder online!

Von Juli bis Oktober ist das Wissenschaftskolloqium in der Sommerpause! Weiter geht es mit der Vortragsreihe am 06.10.2026.

Nächster Vortrag

06.10.
Titel und Referent*in folgen

Bevorstehende Tagungen

Forschungsabteilungen

Technische Infrastruktur

Zahlreiche spezifisch eingerichtete Labore, Präparatorien und Werkstätten bilden eine wichtige Voraussetzung zur wissenschaftlichen Erschließung der Sammlungen.

Zu den Laboren

Datenbanken

Netzwerke