24.06.2022 | Dr. Erin Maxwell und Cristina Gascó Martín vom Naturkundemuseum Stuttgart waren bei einer Expedition und Grabung in Chile dabei

Science News: Schwangeres Fischsaurier-Fossil "Fiona"

Forschungsmuseum
Dr. Erin Maxwell (auf der linken Seite), Dr. Judith Pardo-Perez (in der Mitte) und Cristina Gascó Martín (auf der rechten Seite) an der Grabungsstelle. Foto: Universidad de Magallanes
Hubschrauber zum Transport der Gesteine/Fossilien (vor dem Tyndall-Gletscher in Chile). Foto: Universidad de Magallanes

Im Schatten des Tyndall-Gletschers im chilenischen Patagonien konnte ein internationales Team unter Beteiligung der Fischsaurier-Expertin Dr. Erin Maxwell und Fischsaurier-Restauratorin Cristina Gascó Martín vom Naturkundemuseum Stuttgart ein besonderes Fossil bergen: ein sehr gut erhaltener Fischsaurier mit intakten Embryonen im Bauch. Das Fossil erhielt den Namen "Fiona".

Die Bergung des vier Meter langen Fossils "Fiona" unter extremen klimatischen Bedingungen dauerte etwa 30 Tage. Bei der chemischen Behandlung des Fossils färbte es sich aufgrund von Algen und Flechten grün – daher die Benennung Fiona, der Frau von Shrek im gleichnamigen Animationsfilm. Um die fossilen Knochen nicht zu zerbrechen, wurde Fiona in fünf Gesteinsblöcken à 200 kg geborgen und mit einem Hubschrauber abtransportiert. Es wird nun untersucht und für die Ausstellung im Naturkundemuseum Río Seco im Süden Chiles vorbereitet.

Fischsaurier lebten vor 250 bis 90 Millionen Jahren in den Meeren der Welt. Die Fischsaurier der weltweit bedeutenden Sammlung des Naturkundemuseums Stuttgart stammen aus dem Schwarzen Jura/Posidonienschiefer Südwestdeutschlands und sind ca. 180 Millionen Jahre alt. In der Sammlung des Museum sind ebenfalls sehr viele und sehr gut erhaltene Fischsaurierexemplare, darunter einige mit Embryonenerhaltung.

Das nun geborgene Fossil "Fiona" ist jünger, stammt aus der frühen Kreidezeit und ist einzige schwangere Exemplar, das bisher aus der Zeit vor 175 bis 115 Millionen Jahren gefunden wurde. Es liefert daher wichtige Hinweise zur embryonalen Entwicklung bei den Meeresreptilien sowie zur Lebensweise, Biologie und Evolution der Tiere.

Fotos: Universidad de Magallanes, Phauthali Nikolay Zverkov, Dean Lomax