Federn rosa

Unsere Sammlung

Bedeutung unserer Sammlung

Unser Museum trägt Verantwortung für über 12 Millionen wissenschaftlich kuratierte Objekte, die in ihrer Gesamtheit die Vielfalt des Lebens über mehr als 250 Millionen Jahre Erdgeschichte dokumentieren. Die Forschungssammlung geht auf das Kunst- und Naturalienkabinett der Herzöge von Württemberg zurück und umfasst zoologische, botanische, mykologische, paläontologische und geologische Objekte aus mehr als vier Jahrhunderten Sammlungsgeschichte.

Heute erweitern wir die Sammlung gezielt, bearbeiten sie wissenschaftlich und erschließen sie kontinuierlich für Forschung, Bildung und Ausstellungen. Sie hat internationale Bedeutung und bildet eine zentrale Grundlage für die Erforschung der biologischen und geologischen Vielfalt.

Biodiversität über 250 Millionen Jahre hinweg

Unsere Forschungssammlung ist kein statisches Archiv. Sie wächst mit den Forschungsfragen des Hauses und wird durch neue Grabungen, fortlaufende Monitoringprogramme und gezielte Sammlungsprojekte strategisch ergänzt.

Über vier Millionen Fossilien geben Einblicke in die Ökosysteme der Vergangenheit, wie etwa die Bäche und Tümpel des Buntsandsteins, die Keuper-Sümpfe der Trias, offene marine und lagunäre Ökosysteme des Jura oder Seeablagerungen des Miozäns. Fossile Zeitreihen eröffnen Einblicke in langfristige Prozesse wie Anpassung, Artbildung, Aussterben und die Entwicklung ganzer Ökosysteme. Dafür erforscht und dokumentiert das Naturkundemuseum seit mehr als hundert Jahren die weltbekannten Fossillagerstätten Baden-Württembergs.

Ergänzend zeigen aktuelle und historische Belege, wie sich die biologische Vielfalt bis heute verändert. Standardisierte aktuelle Zeitreihen aus unterschiedlichen Naturräumen machen nachvollziehbar, wie Arten und Ökosysteme heute auf Veränderungen des Lebensraums und der Umwelt reagieren. Die Proben solcher Monitoring-Projekte bewahren wir dauerhaft in der Forschungssammlung, damit sie auch für zukünftige Untersuchungen zur Verfügung stehen.

Gemeinsam schaffen diese beiden Perspektiven eine besondere Forschungsgrundlage: Sie machen sichtbar, wie Biodiversität in Raum und Zeit entsteht, sich wandelt und verloren geht und welche Einflüsse und Prozesse ihre Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft prägen.

Sammlungsobjekte als Wissensspeicher

Jedes Sammlungsobjekt trägt Informationen über sein Alter, seine Merkmale, seine Sammlungsgeschichte und seine wissenschaftliche Bearbeitung. Moderne molekulargenetische und bildgebende Untersuchungsmethoden erschließen darüber hinaus genetische, ökologische und umweltbezogene Informationen.

So können Forschende aus einer Probe nicht nur Erkenntnisse über eine einzelne Art gewinnen, sondern auch über ihre genetische Vielfalt, ihre Lebensgemeinschaft und die Umweltbedingungen, unter denen sie vorkam. Die Sammlung wird damit zu einem umfassenden Wissensspeicher für die Biodiversitätsforschung.

Digitale Sammlung durch neue Methoden

Das Naturkundemuseum erschließt seine Sammlung zunehmend digital. Hochauflösende Bildgebung, 3D-Modelle, genetische Analysen, Umwelt-DNA und computergestützte Verfahren eröffnen neue Zugänge zu den Objekten, meist ohne die Objekte zu beschädigen.

Auch künstliche Intelligenz unterstützt die Erfassung und Auswertung großer Datenmengen. Dadurch lassen sich beispielsweise Arten und Merkmale effizienter vergleichen, historische und aktuelle Daten zusammenführen und große Probenmengen, wie sie etwa in landesweiten Monitoringprojekten erhoben werden, semi-automatisch bearbeiten.

Die digitale Erschließung macht Sammlungswissen über die Grenzen des Museums hinaus verfügbar: Über Datenbanken wie dem digitalen Katalog des Museums, Forschungsinfrastrukturen und internationale Datenportale wie GBIF (Global Biodiversity Information Facility) können Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Informationen mit anderen Datensätzen verknüpfen und großräumige Forschungsfragen bearbeiten.

Eine Sammlung für die Forschung

Die Forschungssammlung steht Forschenden für wissenschaftliche Untersuchungen zur Verfügung. Objekte können nach Absprache in den Sammlungs- und Arbeitsräumen des Museums untersucht oder – sofern die konservatorischen und rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind – zur Bearbeitung ausgeliehen werden. Für bestimmte Objekte, insbesondere Typenmaterial, gelten besondere Bedingungen. Weitere Informationen erhalten Sie gerne von der jeweils zuständigen Wissenschaftlerin oder dem zuständigen Wissenschaftler.

Nationales Kulturgut

Die Sammlung des Staatlichen Museums für Naturkunde Stuttgart ist seit dem 6. August 2016 als Nationales Kulturgut geschützt. Als Zeugnisse der Natur- und Wissenschaftsgeschichte sind sie von besonderer Bedeutung und unterliegen einem besonderen gesetzlichen Schutz.

Sammlungsumfang

Fossilien
4,1 Millionen
Mineralien
40.000
Pflanzen
1.020.000
Pilze (inkl. flechtenbildende Pilze)
150.000
Insekten
5,5 Millionen
Mollusken (Weichtiere)
1 Million
Wirbeltiere
400.000
Typen
9.600

Sammlungsbereiche