Nilgänse – Harmlose Neubürger oder aggressive Invasoren?

03.08.2023 | Dr. Friederike Woog

Wer kennt sie nicht? Die Gänse, die sich im Rosensteinpark tummeln ...

Bild: G. Rohde

Studie zum Verhalten von Nilgänsen

Während die heimischen Graugänse zum festen Bestandteil des Parks zählen, sind euch sicherlich die seit einigen Jahren eingewanderten Nilgänse aufgefallen. Die brüteten 2010 zum ersten Mal erfolgreich in Stuttgart und seither sind viele kleine Nilgänse geschlüpft. Sie gelten als aggressiv gegenüber heimischen Tieren, vor allem Wasservögeln und werden deshalb von der EU als invasiv eingestuft. Um zu überprüfen, wie aggressiv sie wirklich sind, verglich die Studierende Rieke Hohmann zwei Monate lang das Verhalten von Nilgänsen mit dem von Graugänsen im Stuttgarter Stadtpark und am Max-Eyth See. Das Ergebnis war überraschend: Nilgänse waren im Schnitt keinen Deut aggressiver als die friedlichen Graugänse. Meist blieb es bei Drohungen mit verlängertem Hals, diese Geste scheint bei Wasservögeln universell verstanden zu werden. Dabei waren Graugänse dominant über die Nilgänse, die wiederum vertrieben Stockenten. Sehr aggressive Nilgansmännchen, die ihre Brut vehement verteidigen, kommen aber immer wieder vor, was zum schlechten Ruf der Nilgänse beiträgt. Oft sind die Ufer der Parkgewässer ohne Pflanzungen, die flüchtenden Tieren Schutz bieten könnten.

Literatur

Hohmann, R., & Woog, F. (2021). How aggressive are Egyptian Geese Alopochen aegyptiaca? Interactions with Greylag Geese Anser anser and other birds in an urban environment. Wildfowl, 71(71), 234-243. https://wildfowl.wwt.org.uk/index.php/wildfowl/article/view/2762

Kommentare (2)

05.04.2026 um 20:13 Uhr

Bei uns sind seit ein paar Tagen 2 Nilgänse im Hinterhof vom Olgaeck,

Hier ist keine Wasserquelle und auch sonst scheinen die beiden Hilfe zu brauchen, um hier wegzukommen, sie scheinen sehr gestresst und werden inzwischen von Krähen attackiert.

Was können wir tun? LG Eva

14.01.2026 um 21:49 Uhr

Die Einstufung der Nilgans als invasiv muss endlich revidiert werden, da sie zu massivem Leid und Stress der Tiere in ganz Europa führt und auch den grundlosen Hass mit rassistische Zügen von vielen Menschen legitimiert. Selbst Kommunen wiederholen auf ihren Homepages völlig unsachlich die Vorurteile zu der aggressiven Gans, die hier nicht existieren darf weil sie lästig sei. Ich habe vielmehr beobachtet, dass unsere heimischen Wasservögel überwiegend von der Nilgans profitieren und Enten und andere Gänsearten mit ihnen auf unterschiedliche Weise Verbindungen eingehen und sich gegenseitig unterstützen.

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