Top oder Flop: Welche Insekten mag die KI und welche nicht?
Die Ergebnisse unserer Untersuchung zeigen eine interessante und zugleich herausfordernde Erkenntnis: Die großen Sprachmodelle (large language models) der Chatbots übernehmen tatsächlich unsere menschlichen Vorurteile gegenüber Insekten – insbesondere Wespen.
Während allseits beliebte Insekten wie Bienen und Schmetterlinge in den virtuellen Dialogen positiv beschrieben werden, kommen Wespen, Fliegen und Mücken schlecht weg. Dabei wurden Bienen durchweg positiv bewertet und mit Wörtern in Verbindung gebracht, die auf wichtige Ökosystemdienstleistungen und ihre Lebensweise hinweisen. Schmetterlinge wurden ebenfalls positiv bewertet und mit Wörtern beschrieben, die auf ihre Farbenpracht oder ihre Lebensweise anspielen. Wespen, Fliegen und Mücken wurden negativ bewertet und waren häufig mit wertenden Wörtern beschrieben, darunter “aggressiv”, “Schädling” oder “lästig”, oder mit Stichen und Krankheiten in Verbindung gebracht. Interessanterweise bezogen sich die Wörter, die die Chatbots mit Wespen in Verbindung brachten, hauptsächlich auf soziale Wespen, die nur einen kleinen Anteil der weltweiten Wespenvielfalt ausmachen.
Auf die Frage, welche Insekten für den Naturschutz am wichtigsten wären, nannten die Chatbots Schmetterlinge und Bienen am häufigsten und mit hoher Priorität, gefolgt von Libellen, Ameisen und Käfern. Insgesamt ergab die Auswertung, dass in den Vorschlägen für den Naturschutz nordamerikanische Arten deutlich häufiger und europäische Arten etwas häufiger genannt werden als solche, die etwa in Afrika, Asien oder Australien vorkommen.
Kommentare (1)
Herzlichen Dank für diesen Artikel. Nun ein ganz anderer Tipp. Das Buch "Die Biene Maja" von Walter Bonsels wurde 1912 veröffentlicht. Es war eines der erfolgreichsten Kinderbücher und hatte sicherlich einen prägenden Einfluss auf die breitere Bevölkerung. Das Original ist überaus stark vermenschlicht. Höhepunkt ist der Überfall der "bösen Hornissen und der heldenhafte Widerstand der Bienen".